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HimmelskundeBrockhaus 1882

Elemente der Bahn eines Himmelskörpers sind diejenigen Größen, durch welche Gestalt und Lage der Bahn, sowie für eine gewisse Zeitepoche der Ort des Himmelskörpers in der Bahn bestimmt sind, sodaß es mit Hilfe derselben möglich ist, für jede andere Zeit den Ort des Himmelskörpers zu ermitteln. Die Lage der Bahn im Raume wird für die Körper des Sonnensystems bestimmt durch drei C., sie wird bezogen auf die Ekliptik und das erste E. ist die Neigung der Bahnebenen gegen die Ckliptik; das zweite E. ist die Lage eines der beiden Durchschnittspunkte der Bahn und der Ekliptik, die Länge des (aufsteigenden) Knotens; das dritte E. gibt die Richtung der großen Achse der Bahn an und heißt die Länge des Perihels (letzteres der eine Endpunkt der großen Achse). Die Gestalt der Bahn wird bestimmt durch zwei E., die Cxcentricität, d. i. das Verhältnis der Entfernung des Brennpunktes vom Mittelpunkt zur großen Achse der Bahn, und die Länge der halben großen Achse. Ist die Bahn eine Ellipse, wie bei den Planeten, so liegt die Excentricität zwischen O und 1; ist sie eine Parabel, wie bei den meisten Kometen (wenigstens innerhalb der Grenzen unserer Beobachtung und Rechnung), so ist die Excentricität 1, die halbe große Achse unendlich, beide E. gehen dann über in eines, für welches man die kleinste Entfernung des Gestirns von der Sonne angibt. Zu diesen fünf, resp. vier E. tritt als letztes notwendiges, aber auch ausreichendes die mittlere Länge des Gestirns für die Epoche, bei Kometen wird hierfür die Durchgangszeit durchs Perihel gegeben. Man findet häufig noch die mittlere tägliche Bewegung und Umlaufszeit als E. mitgeteilt, diese Größen lassen sich aber aus den genannten E. herleiten. Da der Anfangspunkt der Zählung auf der Ckliptik, der Präzession (s. d.) verändert und außerdem die E. durch die Störungen der großen Planeten langsame Anderungen erleiden, so ist es nötig anzugeben, für welchen Zeitpunkt die E. gelten. Bei den Doppelsternen hat man dieselben E. wie bei den Planeten, nur sind die Bezeichnungen etwas anders, sowie auch die Lage der Bahn nicht auf die Ekliptik bezogen wird. Elémiharz. Unter dem Namen Elemi kommen verschiedene Gummi- oder Weichharze aus der Familie der Amyrideen (Burseraceen) von balsamisch⸗-bitterm Geschmack und eigentümlich starkem aromatischen Geruch in den Handel, welche zur Herstellung von Tamenten und Lackfirnissen, sowie früher zu Medikamenten und zu Pflastern und Salben (in die zweite Auflage der Deutschen Pharmakopöe ist E. nicht aufgenommen) benutzt werden. In der Firnisbereitung dient das E. meist nur als Zusatz, um den Firnissen die Sprödigkeit zu benehmen. Man unterscheidet vier Sorten: westind., brasil., ostind. und Manila-Elemi. Ersteres stammt wahrscheinlich von Amyris Plumiéri (. Amyris); es bildet dunkelcitrongelbe, an den Kanten grünlich durchscheinende, wachsglänzende, feste Stücke. Das brasil. Elemi, welches aus blaßgelben, weichen Massen besteht, wird von Icica Ieicariba, das ostindische, in keilförmigen, in Palmblätter eingewickelten Kuchen von weißlich-gelber Farbe über Amsterdam eingeführte Elemi wahrscheinlich von Canarium zephyrinum, einer auf den Molukken einheimischen Burseracee, gewonnen. Das Manila-Elemi endlich, welches (weil in Bambusröhren verwahrt) walzige Stücke von blaßeitrongelber Farbe bildet, ist seiner Abstammung nach noch unbekannt. Der Konsistenz nach teilt man die Harze der Elemigruppe in balsamische, weiche und starre Sorten; die balsamischen sind grünlich, die weichen gelblich, die starren gelb bis weiß. Anfänglich sind dieselben stets terpentinartig, gehen aber nach längerer Aufbewahrung durch Abgabe von ätherischem Öl sämtlich in die starre Form über.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 44Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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