FeedEllipse
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ellipse (arch.) nennt man in der Grammatik und Rhetorik die Iumeutaug eines Wortes, welches aus dem Zusammenhang ergänzt werden muß. Die E. ist bedingt teils durch den Affekt des Sprechenden, teils durch den Nachdruck, den man durch die Kürze erreichen will, was besonders bei Sentenzen und sprichwörtlichen Redensarten der Fall ist. Den Gegensatz bildet der Pleonasmus. In der Geometrie bezeichnet C. eine länglichrunde krumme Linie des zweiten Grades, einen der drei Kegelschnitte. Man kann sie als diejenige krumme Linie definieren, welche die Eigenschaft hat, daß die Abstände jedes ihrer Punkte von zwei bestimmten Punkten (den Brennpunkten) dieselbe Summe geben. Eine durch die beiden Brennpunkte Lindende zwei entgegengesetzte Punkte der E. verindende gerade Linie heißt die große 1½ eine auf ihr im Mittelpunkt senkrecht siehende inie die kleine Achse; das Verhältnis der Entfernung der beiden Brennpunkte zu der großen Achse die Excentricität. Je kleiner die letztere ist, desto mehr nähert sich die E. einem Kreise, und dieser kann als eine E. angesehen werden deffen Brennpunkte zusammenallen oder dessen Achsen einander gleich sind. In er Astronomie spielt die E. eine überaus welcher Rolle, weil sie diejenige krumme Linie ist, in welcher sich alle Planeten, höchst wahrscheinlich auch alle Kometen um die in dem einen Brennpunkt ruhende Sonne bewegen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 66Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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