Elphinstone (Mountstuart), durch seine Thätigkeit in Indien bekannter brit. Staatsmann, wurde 1778 als der vierte Sohn des schott. Lord E. geboren. In seinem 18. Jahre erhielt er eine Anstellung als Kadett im Dienste der Ostindischen Kompagnie, wurde bald Attaché bei der Gesandtschaft am Hofe des Peischwah, ward hierauf Adjutant bei dem nachmaligen Herzog von Wellington und nahm als solcher an der Schlacht von Assye teil. Als man nach dem Frieden von Tilsit eine Invasion des brit. Indien durch die mit den Russen verbündeten Franzosen besorgte, ward E. 1808 mit einer außerordentlichen Sendung nach Kabul betraut. Er schloß in Peschawer einen Allianztraktat mit dem Beherrscher der Afghanen, sme Wan⸗ wodurch sich dieser anheischig machte, seine Waffen mit denen der Engländer zur Abwehr des befürchteten Einfalls zu vereinigen. Noch vor Ratifikation des Vertrags wurde jedoch Schud-Schah vom Throne gestoßen und die einzige neh der Mission E.s war dessen Account ot the kingdom of Cabulo (Lond. 1815; 3. Aufl. 1842), welche sehr interessante Mitteilungen über Afghanistan enthalten. Seit 1816 Resident am Hofe des Peischwah, rettete er bei der Kriegserklärung desselben gegen die Engländer mit genauer Not sein Leben, wurde 1820 Gouverneur von Bombay und verwaltete dieses Amt sieben Jahre hindurch mit ausgezeichnetem Erfolg. Er baute Straßen, gründete öffentliche Schulen, verbesserte die Rechtspflege und ändiar den nach ihm genannten Codex, der an Vollständigkeit, Klarheit und systematischer Kürze sich mit dem Code Napoléon vergleichen läßt. Er verließ Indien 1827 und beschäftigte sich in England mit der Ausarbeitung seiner History of India (2 Bde., Lond. 1841; 4. Aufl. 1864), die ihm den Namen des Tacitus unter den ind. Geschichtschreibern erwarb. E. starb auf seinem Landsitze Hookward-Park in Surrey 20. Nov. 1859. Vgl. Colebrooke, «cMemoir of E. (Lond. 1861).