Elster ist der Name zweier Flüsse im mittlern Deutschland. Die Schwarze Elster entspringt am Sibyllenstein bei Elstra in der sächs. Oberlausiß, tritt dann nach Preußen über, wo sie die 82 km lange Röder und die Pulsnitz, beide im größten Teile ihres Laufs Sachsen angehörig, aufnimmt und bei Würdenhain zwischen 1440 und Wittenberg nach 210 Km langem Laufe 40 m breit in die Elbe mündet. Durch Regulierung ihres Bettes ist sie auf 60 kKm — gemacht worden. Etwas unterhalb ihrer Ausmündung, bei dem Flecken Elster, gingen 3. Okt. 1813 Blücher und Nork auf das linke Elbufer über. Die Weiße Elster entspringt in Böhmen im Bezirke von Asch am Elstergebirge (welches die Straße von Adorf nach Eger in 60 m Höhe überschreitet), tritt bald darauf in das sächs. Vogtland ein, wo sie bei Adorf den ebenfalls von der böhm. Grenze kommenden Floßbach (Große E.) aufnimmt, und fließt dann in u. Grert6e nördl. Richtung über Olsnitz, Plauen, Greiz, Gera, Zeitz, Pegau nach Leipzig. In der Nähe dieser Stadt biegt die E. plötzlich nach Westen um und spaltet sich in zwei Hauptarme, die Luppe und die eigentliche E., welche fortan parallel laufen, wiederholt durch Nebenarme verbunden sind und nur etwa 4 km voneinander entfernt zwischen Halle und Merseburg in die Saale münden. Von ihren geringen linken Nebenflüssen ist die Weida mit der Auma der bedeutendste; rechts gehen ihr die Göltsch, Schnauder und unterhalb Leipzig zwischen Gohlis und Möckern, die 90 km lange Pleiße (mit Sprotta, Wihra und 1 letztere bei Leipzig) zu. Die Länge des Stromlaufs, welcher auch reuß., weimar., altenburg. und preuß. Gebiet berührt, beträgt 244 km. Neuerdings ist die E. auf die kurze Strecke von Leipzig nach Plagwitz kanalisiert worden, sodaß sie mit Kähnen bis zu 2000 Ctr. Last und kleinen Dampfern (seit 1863) befahren werden kann.