FeedElsonsspitze
MusikBrockhaus 1882

Elsonsspitze, s. Barrowspitze. ter des als Kopist und Reisebegleiter Haydns bekannten Johann E., geb. 23. Juni 1810 zu Wien in der Vorstadt Gumpendorf, tanzte mit ihrer ältern Schwester Therese E. (geb. 5. April 1808) schon in früher Jugend in dem Horscheltschen Kinderballett und, nachdem sie noch den Unterricht Aumers genossen hatte, seit 1817 auf der Bühne des Kärntnerthortheaters. Im J. 1825 kam sie mit Mutter und Schwester nach Neapel, wo sie sich unter Gioja fuür das höhere Ballett ausbildete. Die ersten Triumphe feierten die Schwestern 1830 zu Berlin. Der Ruhm, den Fanny in Berlin erntete, ging ihr nach Italien, Amerika, England und Rußland voraus, wo sie ebenso wie in Deutschland durch ihre Schönheit, Liebenswürdigkeit und Kunst alle Welt entzückte. Ebenso erweckte sie 1840—42 in den Vereinigten Staaten und der Havana ungewöhnlichen Enthusiasmus. Nach ihrer Rückkehr nach Europa trat sie abwechselnd in England, Belgien und Deutschland auf und wandte sich dann nach Italien, wo sie in allen größern Städten gefeiert wurde. Auch in Petersburg und Moskau, wo sie seit 1848 tanzte, war sie Gegenstand außerordentlicher Gunstbezeigungen. In Wien trat sie 21. Juni 1851 noch einmal auf, um dann für immer von der Bühne zu scheiden. Sie wandte sich nun nach Hamburg, von wo sie 1854 wiederum nach Wien übersiedelte. Fanny E. bewies sich in der Pantomime und Darstellungskunst ebenso vollendet wie als Tänzerin. Alle ihre Bewegungen waren edel, einfach und ausdrucksvoll; ihr Tanz zeigte sich anmutig und graziös. Therese Elßler war ebenfalls eine Tänzerin, deren Kraft, Kühnheit und Gewandtheit viel bewundert wurde. Dieselbe vermählte sich 20. April 1850 in morganatischer Ehe mit dem Prinzen Adalbert (s. d.) von Preußen, ward vom König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zur Freirau von Barnim erhoben, war seit 1873 Witwe und starb 19. Nov. 1878 zu Meran.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 83Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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