Emaillieren (frz. Emaillure, engl. enamelling), das Verfahren, durch welches Metallgegenstände, teils um sie vor der zerstörenden Einwirkung von Flüssigkeiten oder Dämpfen zu schützen, teils um ihre Oberfläche zu verschönern, mit leicht schmelzbaren, durchsichtigen oder undurchsichtigen, meist farbigen Glasmassen (Email, Schmelz oder Schmelzglas) bedeckt werden. Der Zweck des Ers besteht darin, entweder eine Metallfläche möglichst gleichmäßig mit einem aufgeschmolzenen liberzug von einfarbigem Email zu versehen, wie bei Zifferblättern, gußeisernen Gefäßen u. s. w., oder nur einzelne Stellen des Arbeitsstücks mit Email, oft von verschiedener Farbe, zu bekleiden, wie bei Dosen, Ringen und andern Schmucksachen aus Gold, Silber oder Bronze, bei Ordensdekorationen u. s. w. In allen Fällen beruht das Wesentliche des Verfahrens darauf, daß die in pulverförmigem Zustand mit Wasser angemachte Glasmasse auf der durch Beizen mit Säuren gereinigten Fläche ausgebreitet und sodann durch einen angemessenen Hitzegrad zum Schmelzen gebracht (eingebrannt) wird, worauf dieselbe, erkaltet, eine harte, glatte und glänzende, am Metall haftende Decke bildet. In denjenigen Fällen, wo durch Nebeneinanderstelung verschiedenartiger Emails eine uicht durch ervorgebracht werden soll, muß, damit nicht dur Ineinanderfließen derselben, also durch undeutliche Begrenzung der Linien, dem Aussehen geschadet werde, der jeder Farbe zukommende Umriß durch eine wenig erhabene Einfassung bezeichnet werden. Die entsprechenden Vertiefungen werden entweder durch Ausarbeitung mit dem Grabstichel hergestellt (Grubenschmelz, Email champ-élevé), oder es werden durch Auflöten von Metallstreifen (Golddraht) nach den Konturen kleine Abteilungen (Zellen) gebildet (Zellenschmelz, Email cloisonné). Auf schnellere und wohlfeilere Weise erzielt man, wo es sich um die Anfertigung vieler gleicher Stücke handelt die erstere, weniger künstlerische Art des E. dur Prägen mittels starker Schraubenpressen, oder durch die Anwendung scharfer, mit Vertiefungen versehener Gußsormen. Die ausgedehnteste praktische Bedeutung hat das E. für Kochgeschirre und Flüssigkeitsleitungsröhren, sowie zum äußerlichen Schutz der Siederöhren der Lokomotivkessel gegen die Ablagerung von Kesselstein. Das Einbringen des Emails in Kochgeschirre geschieht in zwei getrennten Operationen, indem zuerst eine Grundmasse aufgetragen und, nachdem diese eingebrannt ist, die Deckmasse darüber gebracht wird. Das Einbrennen des Emails erfolgt niemals im offenen Feuer, sondern stets in Muffelöfen (Emaillieröfen), um eine Verunreinigung des Emailüberzugs durch Rauch oder Flugasche zu vermeiden. (S. Glas; vgl. Thonwarenfabrikation.)