Feedemaillirenden gußeisernen Gegenstände
NaturlehreBau-Lexikon 1881

emaillirenden gußeisernen Gegenstände, mit Wasser zu einem Brei gemengt, aufgetragen u. dann miteiner Deckmasse, einer feingepulverten, zusammengeschmolzenen Masse von 37½ Th. Quarzmehl, 27½ Th. Borax, 30 Th. Zinnoxyd, 15 Th. Soda u. 10 Th. Salpeter bestreut. Die auf dem Eisen gleichmäßig vertheilte Masse wird vorsichtig getrocknet und im Muffelofen geschmolzen. 2. Die Emailmasse kann natürlich durch Zusatz von verschiedenen Metalloxyden gefärbt werden: a) Blaues E. durch Zusammenschmelzen von 5Th. Quarz, 4 Th. Mennige, 2 Th. Potasche, etwas Braunstein, 2 Th. Borax und ¾ Th. Kobaltoxydul. b) Violett erhält man, indem man statt des Kobaltoxyduls zur Schnielze vorsichtig Braunstein setzt. ) Grün, wenn zu 32 Th. weißer Emailschmelze ½ Th. Eisenoxyd u. 1Th. Kupferoxyd gesetzt wird. d) Schwarz durch Braunstein mit etwas Kobalt. e) Purpurroth durch Zusatz von 1¼½ Goldpurpur. f) Gelb aus der weißen Schmelze durch Zusatz von etwas Uranoxyd. Jedes E. wird mit Wasser zu einem Teige angerührt, auf die zu emaillirenden Flächen gleichmäßig aufgetragen und getrocknet; dann werden die Gegenstände einer solchen Hitze ausgesetzt, daß das E. schmilzt u. sich dabei fest an die Unterlage legt. Im Mittelalter wurde die Emaillirknust sowie die Emailmalerei, frz. peinture en émail, engl. enamelled painting, namentlich in Limoges, zu großer Vollkommenheit gebracht (Limusine, frz. 6. Iimousin, engl. e. of Limogia, lat. opus de Limogia, opus lemovicinum). Die theuren Reliefemaillen, Hochamausen, frz. Emaux en hausse taille, engl. embossed e., wurden seit Mitte des 15. Jahrh. durch die Maleremaillen, frz. Eémaux des peintres, engl. painter's enamel, namentlich auf Metallgeräth ersetzt. Man unterscheidet: frz. 6. champlevé, engl. e. on deeped field, miterhabenen Figuren auf ausgetieften Metallflächen; frz. 6. Cloisonné, engl. e. with inlaid metal-lines, mit erhabenen Konturen aus eingelegten Metallftreifen; frz. 6. inerusté, engl. incrustated e., mit erhabenen Schmelzkonturen; frz. 6. translucide, engl. e. with deeped outlines, mit vertieft eingeritzten oder eingepreßten Konturen: frz. é. en taille d'spargne, engl. e. with spared design, auf vergoldetem Kupfer mit ausgesparter Zeichnung : frz. é. de niellure, engl. niello-e., mit gravirten u. nielloähnlich mit Schmelz ausgefüllten Umrissen. Vergl. auch M. M. a W. dienende Farbstoff, also Schmelzfarbe; 2. jetzt aber wird aucheine Art Oelfarbe unter diesem Namen, engl. enamelpaint, von England aus in den Handel gebracht, gestützt auf die angeblich der Email ähnlichen Eigenschaften derselben; s. d. Art. Oelfarbe.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 241Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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