Emboitieren (frz.), einschachteln; Emboitement, Einschachtelung, besonders auch vom verschlungenen Satzbau gebraucht. Embölie (grch.) nennt man in der Medicin die Verschleppung gewisser fremdartiger fester Körper innerhalb des Gesäßsystems durch den Blutstrom aus der einen Gefäßprovinz in eine andere, oft weit entfernte Gefäßprovinz des Körpers und die durch diesen Vorgang entstehende Verstopfung und Verödung einzelner Blutgefäße mit ihren mannigfachen Folgezuständen. Wenn man in die Blutader eines lebenden Tiers gewisse kleine Körperchen, z. B. Kügelchen von Wachs, Holundermark, Kautschuk, Quecksilber u. dgl. einbringt, so werden sie mit dem Blutstrom oft weite Strecken fortgeschleppt, bis sie schließlich an einer beliebigen Stelle stecen bleiben und hier die wichtigsten örtlichen oder allgemeinen Störungen hervorrufen. Virchow, welcher zuerst diese interessante Thatsache experimentell genauer begründet und alsbald ihre große Bedeutung für die gesamte Pathologie erkannt hat, bezeichnete den verschleppten Körper als Embölus (grch., soviel wie Keil oder Pflock), den Vorgang selbst als E. Auf ganz ähnliche Weise wie beim Experiment ent351151 nun unter gewissen Umständen auch innerhalb des kranken Körpers ausgedehnte Gefäßverstopfungen und Kreislaufsstörungen, und zwar sind es hier am häufigsten Blut- und Faserstoffgerinnsel (sog. Thromben), welche sich aus irgend einem Grunde (s. Thrombose) im Venensystem gebildet haben und durch eine zufällige Bewegung ganz oder teilweise losgelöst und nun vom Blutstrom fortgeschwemmt werden; in andern Fällen sind es Eiterpartikelchen oder Stücke von entzündeten oder verkalkten Herzklappen, ferner Teilchen von Krebsmassen, welche in die Gefäßwände hineinwuchern, oder zufällig in den Blutstrom gelangte parasitische Pflanzen und Tiere (Bacterien, Echinococcen, Trichinen u. a.) oder Fetttröpfchen, die bei Knochenverletzungen in die Blutadern gelangten, oder bei Operationen in die Venen eindringende Luft, die embolisch innerhalb der Blutgefäße verschleppt werden. Den Weg, welchen ein s olcher Embolus innerhalb der Blutbahn einschlägt, ist durch die anatomische Anordnung des Gefäßsystems bestimmt, indem die aus den Körpervenen stammenden Pfropfbildungen durch die Hohladern und die rechte Herzhälfte in die Lungenarterien gelangen und vorzugsweise in den hintern Teilen der untern Lungentappen stecken bleiben, wohingegen die in der linken Herzhälfte und den großen Körperarterien entstehenden Emboli sich nur in den Arterien des großen Kreislaufs einkeilen können, und zwar geschieht dies am häufigsten in der Milz⸗ und Nierenarterie, in der linken Kopfschlagader und gewissen Gehirnästen desselben, so- wie in der linken Schenkelarterie. Der Embolus verstopft das Gefäß, in welchem er eingekeilt ist, gewöhnlich mehr oder minder vollständig, hebt dadurch die Blutcirkulation in den betreffenden Teilen auf und führt damit entweder zum Brand und zur brandigen Erweichung, wie dies besonders häufig an den Gliedmaßen und im Gehirn stattfindet, oder zum sog. hämorrhagischen Herd oder Infarkt (s. d.), oder endlich zur Bildung sog. embolischer oder metastatischer Abseesse. Die letztern entstehen hauptsächlich durch die E. chemisch reizender, namentlich mit jauchenden oder fauligen Stoffen durchtränkter Pfröpfe, welche an den Orten, wohin sie verschleppt worden sind, von neuem eine eiterige Entzündung mit Ausgang in jauchigem Zerfall erzeugen und dadurch eine Bauptoue e der gefürchteten Pyämie (s. d.) werden. Die Symptome der E. sind je an 5700 physiologischen Bedeutung des betroffenen Organs sehr verschieden; sie äußern sich im allgemeinen hauptsächlich in dem plötzlichen und ganz unerwarteten Eintritt wichtiger Funktionsstörungen. So entsteht durch E. einer größern Hirnarterie sofort unter schlagflußähnlichen Erscheinungen eine vollkommene hmung des betreffenden Hirnteils, durch E. der Netzhautgefäße wie mit einem Schlage Wernopf Erblindung, während bei der embolischen Verstopfung größerer Lungenarterienäste heftige, bis zur Erstickungsgefahr sich steigernde Atemnot, — nicht selten plötzlicher Erstickungstod eintritt. An den Gliedmaßen ruft die E. der Hauptschlagader plötzlichen heftigen Schmerz, auffallende Blässe und Kälte, Unempfindlichkeit und, wenn nicht bald durch benachbarte Schlagadern ein Seitenkreislauf hergestellt wird, totalen Brand (s. .. des Gliedes hervor. Vgl. Virchow, «Gesammelte Abhandlungeno (Frankf. a. M. 1857); Cohnheim, Untersuchungen über die embolischen Prozesses (Berl. 1872).