FeedEmbrun
ErdkundeBrockhaus 1882

Embrun, Festung im franz. Depart. Oberalpen, Arrondissements-Hauptort, 40 km östlich von Gap, in 930 m Höhe am Fuße des 2544 m hohen Puérait oder St.⸗Guillaume, auf einem vereinzelten Konglomeratfelsen 100 m hoch über dem rechten Ufer der Durance gelegen, mit (1876) 3287, als Gemeinde 3957 CE., hat ein Kommunal-College, ein kleines Seminar und ein Zuchthaus für 800—- 900 Personen im alten Alten Aud rert An Bauwerken besitzt sie, außer alten und seltsamen Häusern, eine schöne Kathedrale aus dem 10., 11. und 13. Jahrh. und den schönen Tour Brune. Die Bewohner fertigen Seidenstoffe, Streichwolle, gemengte Stoffe und Pflüge. C. ist das alte gallische Ebrodunum (auch Eborodunum, Eburodunum) der Völkerschaft Caturiges, welches im 4. Jahrh. Sitz eines Erzbischofs und der röm. Provinz Alpes Maritimae wurde. Zum Erzbistum E. (Provincia Ebredunensis) gehörten bis auf die Revolution die Suffraganen Digne, Senez, Glandeve, Vence, Grasse (bis 1244 Antibes) und Nizza. Erzbischöfe von E. waren im 16. Jahrh. Julius von Medicis, der spätere Papst Clemens VII., und im 18. Jahrh. der Kardinal Tencin. Im frühern Mittelalter zur Zeit des ältern (bis 534) und des neuern Königreichs Burgund (880—1032) und während der fränk. Herrschaft (534—880) war E. der Mittelpunkt des Pagus Ebredunensis. Im J. 1032 kam C. mit Burgund an den deutschen Kaiser Konrad II., später zur Grafschaft Forcalquier, 1218 an die Grafschaft Provence. Seit dem 15. Jahrh. wurde E. mit der umliegenden Landschaft (Embrunois) h. Dauphiné gerechnet, bei dem es fortan verblieb. Sieben Konzile wurden zu E. + Ehemals war es ein berühmter Marien-Wallfahrtsort.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 97Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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