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ErdkundeBrockhaus 1882

Coutances, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Manche, rechts an der kanalisierten Soulle, 10 km von der Westküste der zur Nieder-Normandie gehörigen Halbinsel Cotentin und an der Westbahn, ist der Sitz eines Suffraganbischofs der Erzdiöcese Rouen, eines Tribunals erster Instanz, eines Handels- und eines Friedensgerichts, besitzt ein Lyceum, eine Vorbereitungsschule für Lehrerinnen, eine Ackerbaukammer, einen botan. Garten, eine Bibliothek von 7000 Bänden und ein theol. Seminar. Die 1056 auf dem höchsten Punkte gegründete Kathedrale (zu Anfang des 13. Jahrh. völlig umgebaut, mit zwei schönen 77 m hohen Türmen) ist eins der schönsten Denkmäler got. Baukunst. Die Stadt zählt (1876) 8008 E., welche Hueln und We Schnürband und Spitzen, Pianos, Orgeln und Marmorarbeiten fabrizieren und Handel mit Viehfutter, Rindvieh, Pferden u. s. w. treiben. C. hat verschiedene alte Baureste, wie den feileraquädukt aus dem 13. und 16. Jahrh. Vom onsul Lebrun, Herzog von Piacenza, der bei C. Cenfai ist, steht eine Statue hier. C. ist das röm. onstantia des 4. Jahrh. im Lande der Unelli und war im Mittelalter Hauptort des Gaues Constantinus pagus und der spätern Vizegrafschaft Cotentin, eines Ländchens, das eine vorzügliche Rindviehrasse züchtet. Der Kanal von Coutanees verbindet C. mit der Sienne; er hat vier Schleusen und ist 5600 m lang und 1,3 metief; er ist nur zur Flutzeit zugänglich und dient zur Heranschaffung des Tang.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 648Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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