Emler (Jos.), böhm. Geschichtsforscher, geb. 10. Jan. 1836 zu Liban (Kreis Gitschin), besuchte das Gymnasium zu Gitschin und die Universität Wien, wo er sich namentlich den histor. Hilfswissenschaften widmete. Darauf war er drei Jahre in dem an der dortigen Universität bestehenden Institut für Erforschung der österr. Geschichte thätig, siedelte 1861 nach Prag über, nahm eine Stellung im Landes⸗, dann im städtischen Archiv an und wurde nach dem Tode von K. J. Erben 1870 der Nachfolger desselben, Archivar der Stadt Prag. Vorher war er schon Docent der histor. Hilsswissenschaften an der prager Universität geworden und wurde später zum Professor ernannt. Im J. 1864 bearbeitete er für den Druck die Dekrety Jeduoty Bratrskér (Dekrete der böhm. Brüdergemeine), die später Gindely herausgab; ferner gab er heraus «Reliquiae tabularum regni Bohemiae anno sodann die «Libri confirmationum ad beneficia ecclesiastica Pragensem per archidiöcesino (Prag 1874 fg.) und Decem registra censuum bohemicay (Prag 1881) und andere Quellensammlungen, setzte die von Erben begonnenen Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae et Moroviaes fort (Tl. 2, Urkunden und Akten von 1253—1310, Jeit 1868—82). Auch schrieb er viele Artikel für Zeitschriften, redigiert seit 1870 den «Casopisv (Zeitschrift) des böhm. Museums und gibt seit 1879 im Verein mit andern Gelehrten eine czech. „Allgemeine