Hartel (Wilh. Aug., Ritter von), Philolog, geb. 28. Mai 1839 zu Hof in Mähren, erhielt seinen Gymnasialunterricht in Troppau und Prag, studierte in Wien Philologie, war dann mehrere Jahre Hauslehrer und habilitierte sich w1866 in Wien für klassische Philologie. Im J. 1868 erhielt er die Leitung des philol. Proseminars, wurde 1869 zum außerord. Profesor ernannt, 1870 zum Mitglied der Prüfungskommission für Kandidaten des Gymnasiallehramts, 1872 zum ord. Professor; 1874 übernahm er die Redaction der Zeitschrift für österr. Gymnasien und wurde Mitglied der Direktion des philol. Seminars; 1879 gründete er mit Schenkl die Wiener Studienv, eine Zeitschrift für klassische Philologie. Seit 1871 war er korrespondierendes, seit 1875 ist er wirkliches Mitglied der wiener Akademie der Wissenschaften; 1882 wurde er durch Verleihung des Ordens der Eisernen Krone in den Adelsstand erhoben. H. veröffentlichte außer mehrern Abhandlungen in Zeitschriften: «Homerische Studien » (3 Tle., Wien 1871 — 74; Tl. 2 in 2. Aufl. Berl. 1873), „Demosthenische Studien v Tle., Wien 1877—78), Studien über attisches Staatsrecht und Urkundenwesen» (Wien 1878). Ferner gab er heraus das Breviariumo des Eutropius (Berl. 1872), Cyprians „Opera omnia (3 Bde., Wien 1868—71) und die „Operay des Ennadius (Wien 1882). Die beiden letzten Ausgaben sind Teile des von der wiener Akademie edierten Corpus scriptorum ecclesiasticorumo, dessen Herausgabe H. in Verbindung mit drei andern Mitgliedern der Akademie leitet.