Emmendingen, Stadt im Großherzogtum Baden, Kreis⸗ und Landgerichtsbezirk Freiburg, nahe rechts der Elz, 15 kKm im N. von Freiburg i. Br., durch die Berge des Schwarzwaldes gegen N. geschützt gelegen, bhi (1880) 2617 C. (1871 Evangelische, 507 Katholiken, 239 Juden), ist Station der Linie Mannheim-⸗Konstanz der Badischen Staatsbahn, Sitz eines Bezirksamts, eines Amtsgerichts, einer Bezirksbauinspektion, einer Bezirksforstei, einer Obereinnehmerei, einer Domänenverwaltung und eines evang. Dekanats, hat zwei neue hübsche Pfarrkirchen leine katholische und eine evangelische), eine höhere Burgerschule, eine Volksbank und ansehnliche Industrie: mechanische Hanf- und Wergspinnerei, Papier⸗, Uhren⸗, Tabak⸗ und Cigarrenfabrikation, Bierbrauereien, Kesselschmiederei, eine Werkstätte für landwirtschaftliche Geräte, Holzschnitzerei, eine Tuchbleiche und eine Kunstmühle, ferner Bau von Wein, Hanf,‚ Raps, Cichorie und Tabak. Am Rathause befinden sich die Statuen der Markgrafen Jakob III. und KarlII. Auf dem hiesigen Friedhofe ruht Cornelia Schlosser, Goethes Schwester. Ganz nahe von C., im [NW. der Stadt, an der Elz liegt das Dorf Nie-Emmendingen; östlich von E. auf einer Anhöhe die ehemalige Cistercienserabtei Thennenbach, 1158 gestiftet und 1525 im Bauernkriege Izerstört. E., eine der ältesten bad. Besitzungen, ehemals Hauptort der Grafschaft Hochberg, wurde 1418 zum Marktflecken, 1590 dur Markgraf Jakob III. zur Stadt erhoben, nachdem es bereits 1581 von demselben Fürsten mit Mauern umgeben worden war. Im J. 1675 wurde der Ort von franz. Truppen geplündert, 1689 von denselben seiner Mauern beraubt. Am 19. Okt. 1796 wurden hier die Franzosen unter Moreau durch die Ssterreicher geschlagen und gezwungen, bei Breisach über den Rhein zu gehen. ö