FeedEmpirismus
AllerleiBrockhaus 1882

Empirismus ist in der Philosophie die Bezeichnung einer auf die Erfahrung und die empirischen Wissenschaften (. unter Empirie) gerichteten Theorie des p AA* Wissens. Man braucht den Ausdruck im doppelten Sinne. In methodologischer Hinsicht ist E. die Ansicht, daß die menschliche Erkenntnis der wirklichen Welt nur auf dem Wege der Erfahrung zu gewinnen sei. Der Gegensatz davon ist der Rationalismus (s. d.), die Lehre, daß es Erkenntnis aus reinen Begriffen des Verstandes gebe. Der methodologische E. nimmt jedoch sehr verschiedene Gestalten an, je nach der Art, wie er annimmt, daß die Wahrnehmungen verarbeitet werden müssen, um zu Erkenntnissen zu werden: er nimmt rationalistische Elemente in sich auf, wenn, wie bei Aristoteles, die Unterordnung der Thatsachen unter allgemeine Ariome, oder, wie bei Bacon, die nach logischen Gesetzen zu vollziehende Verarbeitung der-Derin verlangt wird: er macht den vergeblichen ersuch, reiner E. zu sein, wo er, wie bei Condillac und dem modernen Positivismus, in allen abstrakten Begriffen und Sätzen nur Umbildungen der ursprünglichen s E. in der S. sieht. Die niedrigste Form dieses E. ist der Sensualismus, welcher aus dem ganzen Umkreise der Erfahrung (. d.) nur einen sekundären Teil, die Wahrnehmungen der leiblichen Sinne, als Grundlage des Wissens anerkennen will. Von dem methodologischen ist sehr genau der erkenntnistheoretische C. zu unterscheiden, welcher behauptet, daß alle unsere Einsichten, mögen sie wo auch immer herstammen, sich nur auf solche Gegenstände beziehen können, die der unserer Erfahrung zugänglichen Welt angehören. Der Gegensatz dieses E. ist der Metaphysicismus, die Meinung, daß die menschlichen Erkenntniskräfte ausreichen, auch das Unerfahrbare zu erkennen. Beide Arten des E. erscheinen zwar viel1U0 ns 1 * es aber nicht notwendig. mpis (Adolphe Dominique Florent Jos.) genannt Simonis, franz. Dramatiker, geb. 29. Marz 1795 zu Paris, trat als Beamter in die Büreaus der Civilliste Ludwigs XVIII., wo er sich in kurzer Zeit zu höhern Stellen emporschwang. Daneben lag er eifrig schriftstellerischen Arbeiten ob. Bei seinen ersten Produktionen, die dem Gebiet des lyrischen Dramas angehören, bediente er sich der Mitarbeiterschaft von Cournol und Mennechet. Dann veröffentlichte er mit Picard und Mazières mehrere Stücke, die einen bedeutenden Bühnenerfolg erzielten. Endlich wagte er sich allein auf den Boden des höhern Lustspiels und entwickelte hier eine scharfe Beobachtungsgabe, Kunst in der Charakterzeichnung, einen prunklosen gefälligen Stil; wegen dieser Vorzüge wurde er 1847 in die Französische Akademie aufgenommen. Inzwischen war er Sekretär der königl. Bibliotheken, dann Chef der ersten Abteilung des königl. Hauses und, nach der Dimission Arsene Houssayes, Administrator des Theätre frangais geworden. In letzterer Eigenschaft leistete er der Kunst große Dienste; namentlich dadurch, daß er das alte Repertoire wieder in bünt Rechte einsetzte. Im J. 1859 wurde E. zum Generalinspektor der Bibliotheken ernannt und starb zu Paris 12. Dez. 1868. Seine bekanntesten Werke sind: »Saphor, eine dreiaktige Oper (verfaßt in Gemeinschaft mit Cournol, Musik von Reicha, 1822), «Vendôme en Espagneo, ein lyrisches Drama (mit Mennechet, Musik von Boieldieu, Auber und Herold, 1823), Bothwello, ein fünfaktiges Drama in Prosa (182), „Lagiotage ou le métier à la modev, ein Lustspiei in Versen (1826), Lambert Simnel ou le mannequin politiquer, Lustspiel in Prosa (beide mit Picard, 1827); ferner in Gemeinschaft mit Mazeres: La mére et la filles (1830), La dame et la demoiselles (1830), Un changement de ministèren (1831), «Une liaisono (1831); endlich ohne Mitarbeiter: «Lord Novarty (1836), Julie ou la séparationo (1837), Un jeune ménagen (1838), „ILHéritière ou un coup de parties (1844) und (L'ingénue de la couro (1846). Ein Drama in fünf Tableaus, „Les femmes de Henri VIII„ (2 Bde., 1854), sein bestes Werk, von kräftigem und lebendigem Stil, besonders durch die gelungene Charakterisierung des Königs Heinrich VIII. ausgezeichnet, gelangte nicht auf die Bühne.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 111Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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