Endosmose und Exosmose (Diosm ose, Osmose, grch.), Bezeichnung für den gegenseitigen Austausch von zwei verschiedenen, miteinander mischbaren Flüssigkeiten, welche durch eine engporige Wand, wie Tierblasen, Kautschukmembranen, Pergamentpapier, Bast, Thonscheiben u. dgl. m., voneinander geschieden sind. Um die Endosmose nachzuweisen, dient das von Dutrochet (1826) angegebene in beistehender Figur dargestellte Endosmométer. Bei demselben sieht man ein Gefäß m, N drungen sein. Aber auch die übergegangen, denn letzteres ist bläulich gefärbt. Die Zunahme der Flüssigkeit im Gefäße meheißt Endosmose; die Abnahme der Flüssigkeit im Gesäße n Exosmose. Die gemeinsame Bezeichnung beider ist Dios mose oder Osmose. In der Röhre des Endosmometers findet auch Endosmose statt, wenn die Kupfervitriollösung durch Alkohol ersetzt wird, im untern Gefäße aber das Wasser bleibt. Die Exosmose in letzterm wird leicht merklich, wenn der Alkohol gefärbt wurde. Vertauscht man bei diesem Versuche die Tierhlase mit einer Kautschukmembrane, so zeigt . Rohre o ein Sinten, im Gefäße aber ein Steigen der Flüssigkeit, woraus folgt, daß durch den Kautschuk in derselben Zeit mehr Alkohol zum Wasser gedrungen ist als Wasser zum ö gemischt haben. Bei verschieden konzentrierten Löa derselben Art geht die schwächere in gröerm Maße zur stärkern über, sodaß die Flüssigkeit auf Seite der letztern steigt. Auf Grund der Versuche von Liebig erklärt sich die Endosmose wie folgt. Die poröse Scheidewand (Rindsblase) nimmt Flüssigkeit in sich auf (z. B. vom Wasser 268, vom Alkohol 38 Gewichtsteile). Die von der Mischbar⸗ „keit jener Flüssigkeit herrührende Anziehung bewirkt dann ein Ausfließen der Flüssigkeiten aus den Poren gegen die ungleichartige Flüssigkeit hin, und zwar „in demselben Verhältnisse, in welchem sie von der kapillaren Scheidewand aufgenommen worden sind (also gehen in unserm Beispiele 268 Gewichtsteile asser zum Alkohol und 38 Gewichtsteile Alkohol zum Wasser). Daher kommt es, daß in der nämlichen Zeit von der einen Flüssigkeit mehr zur andern überströmt als umgekehrt, obschon die zwi⸗ —1 beiden thätige Anziehungskra 9OQ8 gleich 5. uf diese Weise kann sogar der dichtere Stosf (3. B. Wasser) der endosmotische, d. h. jener sein, der durch die Kapillarwirkung der idewand in die Röhre o zum minder dichten (3. B. zum Alkohol) ehoben wird. Die Poren der Scheidewand müssen tets so klein sein, daß sie die Fortpflanzung des hydrostatischen Drucks verhindern; denn sonst würden h die Flüssigkeiten direkt mischen und die Spiegel in beiden Gefäßen nach dem Kommunikationsgesetze (s. d.) in gleicher Höhe liegen. Da die Zellen und Blutgefäße ringsum von feinporigen Membranen Stauhch der nd, so kann durch letztere der Austausch der betreffenden Säfte nur mittels der Osmose geschehen, woraus die Wichtigkeit der letztern für die Ernährung der Pflanen und Tiere folgt. So z. B. gibt auf ege das immerfort neu in die Haargefäße mende Blut einen Teil seines Inhalts an die umgebenden Zellen ab und versorgt sie so mit Nahrungssäften. Andererseits nimmt das vorbeistrei-Paur lut bei dieser Gelegenheit wieder eine enge abgenutzter Bestandteile aus den Zellsäften auf und dient so der Rückbildung, der Entlastung des Körpers von den unbrauchbar gewordenen Produkten seines Stoffwechsels. Eine Ergänzung zur