Engelberg, Thal, Dorf und Kloster im schweiz. Kanton Obwalden. Das Thal Engelberg, ein länglicher Thalkessel mit flachem Wiesengrund, von der Engelberger-Aa durchflossen, ungefähr 10 km lang und 1—2 km breit, hat die Richtung von SO. nach NW. und wird im N. von den felsigen Ausläufern des Urirothstocks und Blackenstocks, im S. von der vergletscherten Titliskette eingeschlossen. Mit der untern Thalstufe der Aa steht es durch die Waldschlucht des Roßhimmels in Verbindung, durch welche eine Poststraße nach Stans und zum Vierwaldstättersee führt. Durch die oberste Stufe, die Surenenalp, führt ein Saumweg über die Sureneneck (2305 m) nach Altdorf im Kanton Uri, nach Süden führt der vielbegangene Jochpaß (2208 m) über die Engstlenalp nach Meiringen. Den Hauptreichtum des Thals bilden seine schönen Alpweiden und Waldungen. Das Dorf Engelberg, jetzt als klimatischer Kurort (Jahrestemperatur 5,2· C., Sommermittel 13,2 C.) bekannt und geschätzt, liegt 1019 m hoch auf dem rechten Ufer der Aa, von dem malerischen Felskegel des Hahnen (2611 m) überragt, angesichts der Titliskette; es zählt mit den kleinern Weilern des Thals zusammen (1880) 1931 E. und weist neben den Holzhäusern der Thalbewohner mehrere große Gasthöfe und Kuranstalten auf. Die Benediktinerabtei Engelberg Mons Angelorum) wurde 1120 von dem Freiherrn Konrad von Seldenbüren gestiftet und mit reichen Gütern begabt. Dreimal abgebrannt, datiert das jetzige stattliche Kloster aus dem Anfang des 18. Jahrh.; die Kirche enthält mehrere Gemälde der unterwaldener Künstler Wyrsch, Deschwanden und Kaiser; die Bibliothek besitzt, obschon 1798 von den Franzosen unter Lecourbe geplündert, noch reiche Schätze an Inkunabeln und alten Handschriften. Das Stift, mit welchem eine Erziehungsanstalt (Progymnasium) verbunden ist, hat den größten Teil seiner ehemals bedeutenden Besitzungen nach und nach eingebüßt, ebenso 1798 die Herrschaft über das Thal; seine Haupteinnahmequelle ist gegenwärtig der Käsehandel. Vgl. Cattani, «Das Alpenthal C.v (Winterth. 18699).