Engelbert I., der Heilige, Erzbischof von Köln 1216—25, jüngerer Sohn des Grafen E. I. von Berg, geb. 1185, wurde unter der Obhut seines Oheims, des Abts Heribert von Werden erzogen, schon 1199 zum Dompropst, 29. Febr. 1216 zum Erzbischof von Köln gewählt. Er war einer der kraftvollsten Regenten, der den Raubadel eifrig befehdete, die klösterlichen Niederlassungen begünstigte, Ackerbau und Gewerbe schützte; doch nahmen unter ihm die Anleihen im erzbischöflichen Finanzwesen II. (Erzbischof von Köln) 135⁵5 immer größern Umfang an, oft mußte zu außerordentlichen Auflagen Zuflucht genommen werden. Er entwarf mit den Meistern der Kölner Bauhütte den Riß zu dem Kölner Dom. Als Kaiser Friedrich II. 1220 nach Italien zog, übertrug er E. die Erziehung —— 3 unmündigen Sohnes Heinrich und die Verwaltung des Reichs. E. krönte mit Einwilligung der Reichsstände Heinrich am 8. Mai 1222 zu Aachen und führte im Reiche ein kräftiges und gerechtes Regiment. Seine Verwandten zürnten ihm, weil er nach dem Tode seines ältern Bruders Adolf (1219) die Grafschaft Berg nicht 4 An Tochtermann überließ, sondern selbst in Anspruch nahm. Sein Neffe, 6* Friedrich von Mung ale dem E. schuld gab, daß er seine Stellung als Schirmvogt des Stiftes Essen im eigenen Interesse mißbraucht habe, ließ ihn 7. Nov. 1225, als er zur Einweihung der — nach Schwelm reiste, in einem Hohlwege am Gevelsberge, zwischen Hagen und Schwelm erschlagen. Seine Gebeine wurden 26. Febr. 1226 in Köln feierlich beigesetzt, er selbst später heilig gesprochen. Vgl. Ficker, «E. der Heilige, Erzbischof von Kölno (Köln 1853).