Engelhardt (Georg Reinhold Gustav von), russ. Staatsmann und Nationalökonom, geb. 12. + 1775 zu Riga, genoß bis zum 14. Leensjahre den Unterricht im elterlichen Hause. Hierauf diente er drei Jahre im Militär und trat dann in das Departement der auswärtigen An-Aleranders 1 Bei der Thronbesteigung Kaiser lexanders I. wurde E. Gehilfe des Staatssekretärs im Reichsconseil. In dieser Stellung war er in die Reihe der Männer eingetreten, welche durch Schrift und Wort die Ideen des Jahrhunderts neu zu beleben und zu verbreiten bemüht waren und namentlich in der von dem Nationalökonomen und Jugendlehrer des Kaiserhauses, dem Geheimrat Heinrich Friedrich von Storch, herausgegebenen Zeitschrift Rußland unter Alexander I. v (Petersb. u. Lpz. 1804—8) eine Reihe von Aufsätzen über wissenschaftlich praktische Fragen veroffentlichten. Von dem Finanzminister Grafen Cancrin wurde E. zur Herausgabe der Russ. landwirtschaftlichen Zeitungo aufgefordert, die er Jahrzehnte umsichtig leitete. Im J. 1811 wurde er zum Direktor des Pädagogischen Instituts in Petersburg ernannt; 1816 übertrug ihm der Kaiser die Leitung des kaiserl. Lyceums in Zarskoje-Selo, welchem Amt er bis 1823 vorstand. Er schied hierauf aus dem Dienst und benutzte seine Mußestunden zu übersetzungen bedeutender Werke ins Russische, darunter Krusensterns Memoiren zu dem Atlas des Südmeers »(2 Bde., Petersb. 1833 I26) und Meyerbergs «Reise nach Rußlandv (Petersb. 1827). E. starb 15. (27.) Jan. 1862 in Petersburg. „Engelhardt (Joh. Georg Veit), Kirchenhistoriker), geb. 12. Nov. 1791 zu Neustadt a. d. Aisch, studierte 1809—12 zu Erlangen, war dann mehrere Jahre Hauslehrer, wurde 1816 Diakonus an der Altstädter Kirche in Erlangen und Professor am Wymnasium, 1820 Privatdocent, 1821 außerordentlicher, 1822 ord. Professor der Theologie, später Universitätsprediger, Leiter des Homiletischen Seminars und Kirchenrat. Er starb 13. Sept. 1855 zu Erlangen. Seine Studien bewegen sich meist auf dem HZelde der Kirchen⸗ und Dogmengeschichte, und zwar vorzugsweise der ältern Zeit. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: «Die angeblichen Schriften des Areopagiten Dionysius, übersetzt und mit Abhandlungen begleitet (2 Tle., Erlangen 1823), „Handbuch der Kirchengeschichter (4 Bde., Erlangen 1833), «Dogmengeschichter (2 Bde., Neustadt a. d. Aisch 1830, „(Richard von St. Victor und Joh. Ruysbroek » (Erlangen 1838), «Die Universität Erlangen von 1743 bis 18435 (Erl. 1843).