FeedGambier (James, Lord)
GeschichteBrockhaus 1882

Gambier (James, Lord), brit. Admiral, geb. 13. Okt. 1756 als Sohn des Gouverneurs der Bahama-Inseln, John G., ging früh zur See. Bereits 1778 Befehlshaber eines Bombenschiffs, ward er noch in demselben Jahre zum Kapitän zur See ernannt, um die 32-Kanonen-Fregatte Raleigh führen. Im amerik. Unabhängigkeitskriege diente er bei der Eroberung von Charleston und nahm bald darauf ein amerik. Kriegsschiff von 20 Kanonen. Bei Ausbruch des Kriegs zwischen England und Frankreich 1793 erhielt er den Befehl über das Linienschiff Defence von 74 Kanonen, wurde der Flotte Lord Howes zugeteilt und nahm an den Kämpfen derselben, namentlich an der Schlacht am 1. Juni 1794 vor dem Englischen Kanal ruhmvollen Anteil. In diesem blutigen Kampfe verloren die Franzosen 1600, die Engländer 1148 Mann, nahmen aber jenen sieben Linienschiffe ab und brachten ein achtes zum Sinken. G.s Schiff war bei dieser Gelegenheit das erste, welches die feindliche Linie durchbrach und öfter mit drei Schiffen zu kämpfen hatte, auch seine drei Masten dabei verlor. Im J. 1795 wurde er zum Kontreadmiral befördert und als Lord der Admiralität berufen. In dieser Stellung verblieb er bis 1801, um dann Befehlshaber der Nachhut in der Kanalflotte zu werden. Bereits im folgenden Jahre wurde er zum Gouverneur von Neufundland und gleichzei0 zum Oberbefehlshaber der dort stationierten Flotte ernannt. Von 1804 —6 fungierte er wieder als Lord der Admiralität und erhielt 1807 den Befehl über die gegen Dänemark entsandte Flotte, welche aus 25 Linienschiffen und 40 Fregatten bestand, und 27000 Mann Landungstruppen mit sich führte. Kopenhagen wurde am 2. Sept. bombardiert und erobert, und die gesamte dän. Flotte von 17 Linienschiffen, 21 Fregatten und Korvetten, so- wie 25 Kanonenbooten, nebst allen Vorräten der Arsenale von dem Sieger nach England geführt. Diese großartige Errungenschaft kostete den Engländern nur 259 Mann. Zur Belohnung für diese Expedition wurde G. zum Baronet erhoben. Im J. 1808 erhielt er den Befehl über die Kanalflotte, mit der er einen Angriff auf die Franzosen auf der Reede von Aix machte, vier ihrer Linienschiffe zerstörte und eine Reihe anderer außer Gefecht seßte. Er blieb in seiner Stellung bis 1811 und verließ dann den aktiven Dienst. Im J. 1814 wurde er zum Bevollmächtigten für Abschluß des Friedens mit den Vereinigten Staaten bestimmt, der am 24. Dez. desselben Jahres erfolgte. G. starb 19. April 1833 zu Ivor bei Uxbridge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 519Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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