Engelsburg, die Feste des mittelalterlichen und modernen Rom bis zum Sturze der päpstl. Herrschaft, war ursprünglich Grabmal des Kaisers Hadrian (daher Moles Hadriani), außerhalb der Stadt auf dem rechten Tiberufer gelegen, und zwar so, daß die Srebe Brücke (heute Engelsbrücke) gerade auf dasselbe zuführt. Dieses großartige Mausoleum besteht aus einem mächtigen Rundbau von 67 m Durchmesser auf viereckigem, mit Travertinquadern bekleidetem Untersatz, der an jeder Seite 90 mlang ist. Der Rundbau war ganz mit Marmor bekleidet, am obern Teil mit Säulen umgeben und allenthalben mit vielen Statuen geschmückt, zu denen der heute in München befindliche Barberinische Faun gehörte. Im Innern liegt die Grabkammer, zu welcher ein spiralförmiger Gang führt. Schon im Gotenkriege, um die Mitte des 6. Jahrh., wurde das Mausoleum von den Römern in eine Festung verwandelt, wobei der Statuenschmuck zu Grunde ging. Den Namen E. erhielt es von einer dem Erzengel Michael erbauten Kapelle auf der Spitze, wo gemäß der Tradition Papst Gregor d. Gr. die das Aufhören der großen Pest verkündende Himmelserscheinung sah. Crescentius verteidigte die Burg lange gegen Otto III., und sie führte im Mittelalter seinen Namen. Papst Alexander VI. schuf sie in eine regelmäßige Festun um und verband sie mit dem vatikanischen Palast der einen Korridor, welcher auf der alten Mauer der Leostadt, des vatikanischen Stadtviertels, läuft. Die weitläufigen Außenwerke sind von Papst Urban VIII. Der eherne Engel auf der Spitze ist nach dem Modell von P. Verschaffelt aus der Zeit Papst Benedicts XIV. und nimmt die Stelle des ehemaligen Marmorstandbildes des Erzengels von Montelupo ein. Das Innere sowohl des ursprünglichen Baues wie der Borgiaschen Gemächer ist sehr sehenswert. Ein Teil diente in der päpstl. Zeit zum Staatsgefängnisse, gegenwärtig teilweise zu militärischen Zwecken. Vgl. Platner und Bunsen, Beschreibung der Stadt Romp (Bd. 2, Stuttg. 1832); Reber, Die Ruinen Romso (Lpz. 1863).