Enk von der Burg (Mich. Leop.), scharfsinnier Denker und Kritiker, geb. 29. Jan. 1788 zu Wien, wo er das Josephinum besuchte und an der Universität Philosophie studierte. Mehr durch äußere Nötigung als aus innerm Beruf trat er 1810 in den geistlichen Stand und wurde hierauf Professor an dem Gymnasium zu Mölk. Die Überzeugung, auch als Lehrer verkannt zu werden, führte bei seiner ohnehin verbitterten, lebensmüden Gemütsstimmung 17. Juni 1813 sein Ende durch Selbstmord herbei. Nach der philos. Richtung hin hat er Vortreffliches geleistet. So hat er in seinen philos. Romanen und psychol. Untersuchungen:«Eudoria, oder die Quellen der Seelenruhes (Wien 1824), Das Bild der Nemesiso (Wien 1825), «über den Umgang mit uns selbste (Wien 1829), «Don Tiburziov (Wien 1831), „Dorats Tode (Wien 1833), Von der Beurteilung anderer» (Wien 1835), Hermes und Sophrosynen (Wien 1838), «lber die Freundschaftv (Wien 1842), einen scharfen Beobachtungsgeist beurkundet. Noch bedeutender war er als Kunstkritiker, besonders im dramatischen Fache. Zu erwähnen sind hier besonders: „Melpomene, oder über das tragische Interesses (Wien 1827), (Briefe über Goethes Fausto (Wien 1834), «über deutsche Zeitmessunge (Wien 1836), „Studien über Lope de Vega Carpio (Wien 1839) und das polemisch⸗-satirische Werkchen Die Epistel des Quintus Horatius Flaccus über die Dichtkunst, für Dichter und Dichterlinge gedolmetscht »(Wien 1841). E. selbst ist als Dichter nur einmal aufgetreten in Die Blumen, ein Lehrgedichto (Wien 1822). Enkanthis (grch.), Thränendrüsengeschwulst. Enkaustieren nennt man eine Behandlung der Gipsabgüsse, wodurch dieselben eine gewisse Durchscheinheit und sehr glatte Oberfläche erhalten und in sog. Elfenbeinmasse verwandelt werden. Es geschieht, indem die völlig trockenen Güsse in einem Ofen stark angewärmt und dann in geschmolzene Stearinsäure oder Paraffin getaucht werden, worin sie etwa 3 Minuten verbleiben. Nach dem Herausnehmen läßt man abtropfen und wischt mit einem weichen Pinsel den Überschuß fort. Nach einem andern Verfahren bestreicht man die Gegenstände mit einer Lösung von 1—2 Teilen Stearinsäure in 10 Teilen Petroleumäther. Durch Färbung der Stearinsäure oder des Paraffins mit wenig Drachenblut oder Gummigutt kann man eine rötliche oder gelbliche Färbung hervorrufen. Die enkaustierten Gipse sind wegen ihrer glatten, schwachglänzenden Flächen als Salonzierden sehr beliebt, der wirkliche Kunstwert leidet aber durch diese Behandlung, da die Schärfe des Gusses mehr oder weniger dadurch beeinträchtigt wird. Enkaustik (vom grch. eYxaletv, einbrennen), eigentlich Einbrennkunst, nannten die Alten diejenige Art der Malerei, bei welcher man sich des Wachses als eines Bindemittels der Farben bedient. Die mit Wachs vermischten Farbstoffe wurden mit dem Spatel aufgetragen und mit glühend gemachten Stäbchen eingebrannt, d. h. miteinander und mit dem Grunde in buchstäblichem Sinne verschmolzen. Ein anderes Verfahren, wobei das flüssig gemachte farbige Wachs mit dem Pinsel aufgetragen und dann mehrmals mit einer glühenden Kohlenpfanne eingebrannt wurde, ließ sich nur da anwenden, wo es sich nicht um feinere Malerei, sondern um einen Anstrich handelte; es wurde namentlich zum Anstrich von Schiffen verwendet. Vgl. Donner, Die erhaltenen antiken Wandmalereien in technischer Beziehungo (Lpz. 1869); Helbig, Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten Städte v (Lpz. 1868). (S. Wachsmalerei.) Enkhuizen, Stadt in der niederländ. Provinz Nordholland, an der Zuidersee, im 17. Jahrh. ein blühender Handelsplatz, mit 40000 E., welcher jährlich 400 Schiffe auf den Heringsfang in die hohe See schickte, ist herabgesunken zu einem stillen Orte mit (1879) 5774 E. Das 1688 erbaute Rathaus, die Westerkirche mit einem Renaissance-Chorabschluß aus Holz von 1543 bis 1572, ein stattlicher Thorturm, der geräumige Hafen, erinnern noch an bessere Zeiten. E. ist der Geburtsort des berühmten Malers Paul Potter (geb. 1625, gest. 1654). Enkirch, Flecken in der preuß. Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Zell, Amtsgerichtsbezirk und Bürgermeisterei Trarbach, Landgerichtsbezirt Koblenz, 8 km im SW. von Zell, 5 kmevon Trarbach, liegt rechts an der Mosel, ist Station der Moseldampfschiffe, zählt (1880) 2148 E. (1970 Evangelische, 112 Katholiken, 57 Juden, 9 Andersglänbige), welche starken Weinbau treiben, Blei⸗ und Kupfererzgruben und Dachschieferbrüche bearbeiten, auch eine Seidenspinnerei und Olmühlen unterhalten. Unterhalb des Ortes befinden sich Reste eines röm. Tempels. E., in ältern Urkunden des Mittelalters 2 aur im lothring. Gau Hundesrucha, gehörte zur Grafschaft Sponheim, dann bis 1794 zu Pfalz-Zweibrücken, und besitzt daher noch heute großenteils prot. Bevölkerung. Enklaven heißen kleinere Teile eines Staatsgebietes, welche von einem andern Staat rings eingeschlossen sind. Besonders häufig waren die E. im alten Deutschen Reiche. Bei der „ des Rheinbundes wurde zwar eine große Anzahl der kleinern Staaten, welche von andern umschlossen waren, der Landeshoheit der letztern unterworfen (mediatisiert); auch suchten die souverän gewordenen Staaten durch Austauschungen sich der beiden Teilen lästigen E. möglichst zu entledigen. Allein noch immer blieben, besonders im nördl. Deutschland, sehr viele übrig, die auch der Kongreß zu Wien 1815 nicht zu beseitigen vermochte. Durch gegenseitigen Austausch der E. (so z. B. zwischen OÖsterreich und Sachsen) oder ih Erwerbung solcher (wie es Preußen mit dem früher zu Coburg gehörigen Fürstentum Lichtenberg am Rheine gemacht) hat man diesen Übelstand, der sich namentlich bei der Rechtspflege und Polizeiverwaltung sehr fühlbar macht, soviel möglich zu verringern gesucht. Infolge des Kriegs von 1866 ist ebenfalls eine Anzahl von E. beseitigt worden. Gegenwärtig sind die Übelstände, welche das Bestehen der E. mit sich brachte, durch die Bildung von Bot., Tels-Gerichtsbezirken und von Bezirken der Post⸗, Teledie C. mit umfassen, zum größten Teil au gehoben. Gleichbedeutend mit E. ist auch Exklave, als ein vom Hauptgebiet eines Staats abgetrennter kleiner Gebietsteil, sodaß z. B. die von Preußen umschlossenen kleinen braunschweigischen Gebietsteile vom preußischen Standpunkte aus betrachtet als Enklaven, vom braunschweigischen aus aber als Exklaven esdet werden.