Ennemoser (Jos.), mediz.philos. Schriftsteller, geb. 15. Nov. 1787 zu Hintersee im tiroler Landgericht Passeyr, besuchte die Gymnasien zu Meran und Trient und studierte seit 1806 zu Junsbruc Medizin. Nachdem er 1809 der Geheimschreiber Andreas Hofers gewesen war, ging er, um seine Studien zu vollenden, erst nuch Erlangen, dann nach Wien. Als 1812 der Krieg gegen Rußland ausbrach, wurde er mit einigen Tirolern nach England gesendet, um hier Unterstützung für Tirol zum Aufstande zu suchen, trat dann als Offizier in das Lütowsche Freikorps, in welchem er während der Feldzüge 1813 und 1814 eine Kompagnie Tirolerjäger anführte, und erwarb 10 bei der Belagerun Jülichs im März 1814 das Eiserne Kreuz. Nach dem Pariser Frieden beendete C. seine Studien zu Berlin und bereiste dann England, Holland und verschiedene deutsche Bäder. Unter der Leitung des Prof. Wolfart wandte er sich dem magnetischen Heilverfahren zu, welche Richtung er mit Vorliebe auch auf litterarischem Gebiete Lersolotz. Er wurde 1819 Professor der Medizin an der neuen Universität zu Bonn, wo er als Lehrer der Anthropologie, psychischen Heilkunde und Pathologie wirkte, lieh 50 1837 in Innsbruck als praktischer Arzt nieder und siedelte 1841 nach München über, wo er seitdem als praktischer 1 und Magnetiseur Ruf erlangte. Er starb 19. Sept. 1854 zu Egern am Tegernsee. Sein Hauptwerk ist »Der Magnetismus in seiner geschichtlichen Entwickelung v (Lpz. 1819), von dem eine zweite Auflage unter dem Titel «Geschichte des tierischen Magnetismus⸗ (Lpz. 1844) erschien, deren erster Band die »Geschichte der Magier bildet. Von seinen übrigen Schriften sind noch zu nennen: „Histor.⸗psychol. Untersuchungen über den Ursprung und das Wesen der menschlichen Seeler (Bonn 1824; 2. Aufl., mit einem Anhang über die Unsterblichleit, Stuttg. 1851), (Anthropol. Ansichten zur bessern Kenntnis des Menschen» (Bonn 1828), Der Magnetismus im Verhältnis zur Natur un Religione (Stuttg. 1842; 2. Aufl., mit einem Anhange über das Tischrücken, 1853), Der Geist des Men⸗ •—* in der Natur» (Stuttg. 1849), (Anleitung zur esmerschen Praxis (Stuttg. 1852).