FeedCurei (Carlo Maria)
ReligionBrockhaus 1882

Curei (Carlo Maria), ital. Theolog und kirchenpolit. Schriftsteller, geb. 1810 in Neapel, trat 15jährig in den Jesuitenorden, aus welchem er 52 Jahre später (1877) schied, um als einfacher Priester in die Welt zurückzukehren. Gegen Gioberti verteidigte C. die Jesuiten in seinem Erstlingswerke: Fatti ed argomentio, und in einer zweibändigen Aditem auf Giobertis (Gesuita modernov. Nach einem längern Aufenthalt in Paris kehrte er nach Neapel zurück, wo ihm die oberste Leitung der klerikalen Zeitschrift La Civilta Cattolicad übertragen wurde. Später siedelte er mit der Civiltày nach Rom über. Im J. 1865 trat er aus der Redaction, blieb aber in Rom und verteidigte bis 1870 mit großer Energie die weltliche Macht des Papstes. Durch seine Wanderpredigten, die er in vielen Städten Italiens hielt, machte er sich überall populär. Das größte Aufsehen erregten indes, nicht allein in Italien, sondern auch im Auslande, seine spätern Schriften: II moderno dissidio tra la Chiesa e PItalia (Flor. 1878), worin er es im Interesse der Kirche für notwendig erklärt, daß sie auf die weltliche Herrschaft verzichtet und ein Kompromiß mit dem Staate eingeht, welche Schrift auf den Index kam. In neuester Zeit suchte er durch die Schrift La nuova Italia e i vecchi zelantio (Flor. 1881; deutsch von Booch-Arkossy, Lpz. 1882) vermittelnd einzulenken und eine Reorganisation der parlamentarischen Parteien zu erielen; doch auch diese Schrift kam auf den Index. on seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: La Cuistione romana nell' Assemblea francese (Par. 1849), La Demagogia italiana ed il Papa Rey (Par. 1849), La Natura e la Grazia (2 Bde., Rom 1865), Lezioni esegetiche e morali sopra i quattro Evangelio (5 Bde., Flor. 1874—76), Lezioni sopra il libro di Tobiap (1877), II Nuovo Testamento volgarizzato ed esposto in note esegetiche e moralid (Bd. 1 u. 2, Turin 1879—80). Vgl. Mariano, Pater C. und sein neuestes Buchv (in Unsere Zeite, Lpz., Jahrg. 1882, Bd. 1). Familie der Hypoxideen. Ihre Arten sind perennierende krautartige Gewächse, die im außertropischen südl. Afrika, in den Tropengegenden Neuknollenfe und in Ostindien vorkommen. Sie haben nollenförmige Wurzeln; ihre Blätter sind schwert-Perigef die Blüten huben ein blumenkronenartiges erigon, das an seiner Basis mit dem dreifacherigen Fruchtknoten verwachsen ist, sechs Staub-Gtiffe und einen mit drei Narben versehenen Griffel. Von der in Ostindien einheimischen Art C. orchioides Roæb. werden die Wurzeln ge-Dien Einige andere Arten, wie z. B. C. recurvata +½aud., werden als Zier Ramen gezogen. Curcüma, Linnésche 5 anzengattung aus der amilie der Zingiberaceen. Ihre sämtlich in stindien und dem Indisch-Malaiischen Archipel mißt, sind unter K aufzusuchen. heimischen, im südl. China auch kultivierten Arten haben einen dicken Wurzelstock mit knolligen Ästen und an der Spitzé verdickten Wurzelfasern, einlichee mit scheidigen Blättern besetzte Stengel und dickwalzige Blütenstände, welche in der Hauptsache aus unter sich verwachsenen gefärbten Deckblättern bestehen, zwischen denen die Blüten hervorragen. Letztere besitzen einen röhrigen Kelch mit dreizähnigem Saum, ein blumenblattartiges dreispaltiges Staubgefäß und einen unterständigen Fruchtknoten, aus dem sich eine Kapsel entwickelt. Zu dieser Gattung gehören mehrere technisch wichtige Pflanzen, näm 0 C. longa L., welche die Curcumewurzel liefert, C. leucorrhiza ERocö. und C. angustifolia Roab., aus deren Knollen das sog. ostind. Arrowroot gewonnen wird. C. longa hat langgestielte, breit lanzettförmige Blätter und einen 15 em langen, von den Scheiden der Blätter umhüllten endständigen Blütenstand, ihr Wurzelstock viele, lange, gegliederte Knollen, aber wenig Wurzeln. Der Stamm dieser Wurzelstöcke kommt als lange (C. longa), die Nebenäste als runde Curcume (C. rotunda) in den Handel. Beide sind graubraun, etwas runzelig, undeutlich geringelt, von orangerotem Bruch und stark gewürzhaftem Geruch und Geschmack. Die Curcume, auch Gelb⸗ oder Gilbwurz und gelber Ingwer genannt, enthält einen eigentümlichen Diesez ol gelben Farbestoff, das Curcumin. Dieses bildet geruchlose, durchscheinende, nicht krystallinische Schuppen, welche zerrieben ein gelbes Pulver geben, löst sich in Alkohol, Ather, Berül und ätherischen Slen leicht, und nimmt bei erührung mit Alkalien eine braune Farbe an, während es durch Säuren karmoisinrot gefärbt wird. Deshalb gilt die Curcume (das mit dem Curcumin getränkte Papier) als Reagens auf Alkalien. Früher hielt man die Curcume für ein wichtiges Heilmittel. Jetzt wird dieselbe in Europa nur noch selten angewendet, häufig dagegen in Asien, wo man sie als ein reizendes, auflösendes, harntreibendes Mittel gebraucht. Auch benutzt man sie in Indien und auf den ostind. Inseln als Gewürz an viele Speisen, desgleichen in England als Zusatz zu pikanten Saucen. In Deutschland verwendet man die Curcume jetzt fast nur als Farbestoff, vorzüglich zum Gelbfärben von Zuckerwerk, Liqueuren, Spielwaren, aber nur selten in der Zeu farberei, da das Gelb sich auf die Dauer nicht hält. Von einer andern in Ostindien einheimischen Art, der C. Zedoaria Rocb., stammt die sog. Zittwerwurzel (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 718Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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