FeedEns (lat.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Ens (lat.), das Seiende, Ding, Wesen; E. en tium, das Wesen der Wesen, d. i. Gott; E. rationis, Gedankenwesen, das bloß in der Vorstellung vorhanden ist, im Gegensatz zum E. reale, dem in der Wirklichkeit vorhandenen Dinge oder Wesen. Ens, Fluß und Stadt in Osterreich, s. Enns. Enschede, niederländ. Stadt in der Provinz Overyssel, 6 kKm von der preuß. Grenze, am Knotenpunkt der Niederländer Staats⸗, der Dortmund-Gronau-Enscheder und der Münster-Enscheder Bahn, zählt (1879) 5450 E. und ist bekannt wegen der bt 10 Entwickelung seiner Kattunindustrie; es beitzt 10 Spinnereien mit 82014 Spindeln, 15 Webereien mit 3968 Webstühlen, 7 Färbereien und Druckereien. Der Ort hat mehrere Kirchen, eine blühende Gewerbe- und Handelsschule, eine großhartige neue Parkanlage, den r Volkspark. Am 7. Mai 1862 wurde die Stadt durch eine Feuersbrunst zu zwei Dritteln in Asche gelegt, in kurzer Zeit aber schöner wieder aufgebaut. Euschede, berühmte holländ. Buchdruckerfamilie. Isaak E., geb. 1681, gest. 1761 zu Harlem, stammte aus einer in Gröningen etablierten Buchdruckerfamilie und errichtete 1703 in Harlem eine Buchdruckerei. Johannes E., sein Sohn (geb. 1708, gest. 1781), begann schon als Knabe von neun Jahren unter Aufsicht seines Vaters Typen in Holz zu schneiden, 1727 druckte er mit seinem Vater die Bibel nach den Stereotyptafeln pvon Müller und van der May, 1734 erwarb er die Wetsteinsche Gießerei, 1767 einen Teil der frühern Elzevierschen Gießerei, später den Rest derselben, 1780 die Voshensche Gießerei; mit gleichem Interesse sammelte eralte Stempel aus dem 15. Jahrh., wie die neuesten und besten, namentlich von Fleischmann (s. d.), welchen er für sein Haus engagierte. Er legte zugleich den Grund zu der berühmten, über 3000 Nummern zählenden Bibliothek, welche 1867 erbschaftshalber versteigert wurde. In dem Streben, Inkunabeln zu sammeln, entdeckte er Fragmente eines Donat und eines Horariums, welches letztere von den Holländern für ein Werk Kosters gehalten wird. Das von ihm 1768 unter dem Titel «Proef van letterno u hohes wppe. Schriftprobenbuch bietet noch heute ein hohes typoraphisches Interesse. Im J. 1777 war sein Sohn 0 annes E. (geb. 1750, gest. 1799) in das Gechäft eingetreten, welches von nun an die Firma „Johannes Enschede u. Sohno führte. Dieser Johannes vermehrte die Bibliothek des Hauses durch die Erwerbung der «Editiones principes o der Klassiker und wertvoller Handschriften. Ihm folgten Johannes E. (geb. 1785, gest. 1866), diesem Johannes E. (geb. 1811, gest. 1878). In neuerer Zeit zeichnete sich die Firma durch die Herstellung der javan. Typen aus, von welchen unter der Leitung von P. van Vlissingen (1824), Raden Salehs (1835), T. Ronda (1839, 1845, 1852, 1866) sechs Sortimente geschaffen wurden. Eine Sammlung derselben erschien 1867. Die Schriftgießerei besteht noch und bewahrt die Stempel, Matrizen und Werkzeuge früherer Jahrhunderte, während sie zugleich allen Fortschritten der Neuzeit huldigt. Enseli, Hafenplatz von Rescht d.). Ensemble (frz.), ein aus dem gehörigen Ineinandergreifen des Einzelnen entstehendes Ganzes. Im Schauspiel versteht man unter E. das Zusammenspiel, das stets auf eine einheitliche Wirkung zielen muß, die nur erreicht werden kann, wenn jeder einzelne Teil dem Ganzen sich unterordnet. Danach ist natürlich das Virtuosentum mit seiner Sonderstellung der Feind des E., während auch eine mittelmäßige Schauspielergesellschaft sehr Befriedigendes erreichen kann, wenn sie dem E. Rechnung trägt. In der Musik heißen Ensembles vorzugsweise Kompositionen für mehrere .7• mente, besonders für Pianoforte mit Streich- oder Blasinstrumenten. Euseth, Pflanzenart, s. unter Musa.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 190Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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