Höxter, Kreisstadt im Regierungsbezirk Minden der preuß. Provinz Westfalen, in schöner Lage am linken Ufer der seit 1833 von einer 190 mlangen Brücke überspannten Weser, an der Linie Ottbergen-Holzminden der Preußischen Staatsbahnen und an der Bergisch-Märkischen Eisenbahn Scherfede-Holzminden, 68 Em im SSoO. von Minden, ist der Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts und hat eine evang. und eine kath. Kirche, eine Synagoge, eine Baugewerkschule, ein Gymnasium, eine evang. und eine kath. höhere Töchterschule. Von Gebäuden sind hervorzuheben: die gotische Minoritenkirche und das Tillyhaus (Renaissancestil), in welchem Tilly oft wohnte. Die gewerb— fleißige Stadt zählt (1880) 5186 E., die Leinenzeuge, Gummifäden und Cement fertigen, auch Handel und wenig Schiffahrt betreiben. H. ist ein sehr alter Ort und hat in seiner Umgegend viele Erinnerungsstellen an die Sachsenkriege Karls d. Gr. aufzuweisen, wie in der Nähe den berühmten Brunsberg mit alten verfallenen Wartturmsresten, dem Überreste der sehr festen Sachsenburg, welche Wittekinds Bruder Bruno hatte aufführen lassen. Früher gehörte die Stadt zu dem Stifte Korvei und war einst eine blühende Hansestadt. Ihre Stadtmauern und Thortürme sind teilweise abgetragen. H. wurde 20. April 1634 von den Ligisten erobert, im Okt. 1640 vom Erzherzog Leo— pold und Grafen Piccolomini und 25. April 1648 von den Schweden unter Wrangel eingenommen. Zu H. ulte. das Schloß Korvei (s. d.). Vgl. Kampschulte, «Chronik der Stadt H.y (Höxter 1872). Der Kreis Höxter umfaßt 716,44 Akm mit (1880) 50836 meist kath. E.