Haliartos, im Altertum eine bedeutende Stadt im mittlern Böotien, unweit des südl. Ufers des Sees Kopais, an den nördlichsten Vorhöhen des Helikon, an deren Hauptpaß aus dem westlichen nach dem östl. Böotien belegen, etwa in der Mitte zwischen Theben und Koroneia- Ein wichtiges Glied des böotischen kantonalen Bundes mit ausgedehntem Gebiet, ist sie historisch namentlich dadurch bekannt, daß der Spartaner Lysander im Spätsommer 395 v. Chr. bei einem Angriff auf ihre Mauern den Tod fand. Im dritten macedonischen Kriege wurde H. wegen der Parteinahme seiner Bürger für König Perseus 171 v. Chr. durch den röm. Feldherrn Gajus Lucretius erobert und zerstört, sein Gebiet nachher den Athenern geschenkt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei