FeedEpigönen (grch.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Epigönen (grch.), eigentlich Nachgeborene, heißen vorzugsweise die Söhne der sieben Helden der altgriech. Sage, welche mit Polyneikes gegen Theben gezogen und in diesem Kriege sämtlich bis auf den Adrastos (s. d.) umgekommen waren. Jene Söhne unternahmen, um die Niederlage und den Tod ihrer Väter zu rächen, zehn Jahre später unter Anführung des Adrastos oder des Alkmäon einen Rachezug gegen die Thebaner und schlugen dieselben so entschieden, daß sie auf des Tiresias Rat in der nächsten Nacht ihre Stadt verließen, die nun von den Siegern geplündert und geschleift wurde. Die Namen der C. sind folgende: Alkmäon und Amphilochos, Söhne des Amphiaraos; Agialeus, Sohn des Adrastos; Diomedes, Sohn des Tydeus; Promachos, Sohn des Parthenopäos; Sthenelos, Sohn des Kapaneus Thersander, Sohn des Polyneikes; Euryalos, Sohn des Melisteus. Agialeus allein war im Kampfe gefallen. 9070 Bildsäulen waren als Weihgeschenke im Tempel zu Delphi aufgestellt. Schon in früherer Zeit war der Krieg der E. ein Gegenstand der epischen Dichtung, weniger bearbeiteten ihn die Tragiker und die bildende Kunst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 222Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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