Epigrammäta figurãta (besser Carmina kigurata), Epigramme oder richtiger, mit einem allgemeinern Namen, Gedichte, deren Verse so beschaffen sind, daß sie, den Intentionen des Verfassers entsprechend geschrieben, die Form einer bestimmten Figur ergeben. Derartige Spielereien kamen bei den Griechen in alexandrinischer Zeit auf und es sind auch einige erhalten, so unter Theokrits Namen eins, das die Figur einer Syrinx ergibt, von Simmias von Rhodos ein Ei, die Flügel, das Beil, von andern Dichtern zwei Altäre. Unter den lat. Dichtern fertigte namentlich Porphyrius Publilius Optatianus im 4. Jahrh. n. Chr. derartige Gedichte. Auch im Mittelalter und nach dem Wiederaufleben der Wissenschaften versuchten sich viele in dieser Kunst. Die griech. Carmina figurata finden sich in ältern Ausgaben Theokrits, in solchen der griech. Anthologie, die lat. in Ausgaben des Optatianus. 5 Wermsdorf in den «Poetae latini minoreso (Bd. 2), und Bergk in der Anthologia lyrican (2. Aufl., Lpz. 1868).