FeedEpilög (grch.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Epilög (grch.), d. h. Nach-oder Schlußrede, oder Schlußwort, kommt wie der Prolog (s. d.) hauptsächlich bei Schauspielen vor und erscheint meist als eine Art Notbehelf, insofern er etwas aussprechen esoll, was durch das Stück selbst schon ausgesprochen tsein müßte. Der E. der antiken Tragödie enthielt allgemeine Reflexionen über das Stück selbst oder über die Rolle desjenigen, welcher den E. sprach. Shakspeare bediente sich mehrmals des E., um seinen Zuschauern den Gesichtspunkt anzudeuten, aus welchem sie sein Werk betrachten sollten, und zugleich um Nachsicht für die Mängel des Stücks zu bitten. Die Schlußcouplets der franz. Vaudevilles haben „etwas dem E. Verwandtes. In einem verwandten Sinne nennt man E. die meist versifizierte Rede, welche nach Beendigung eines Theaterstücks auf eine äußere Veranlassung von der Bühne herab an das Publikum gerichtet wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 228Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6