FeedEppstein
ErdkundeBrockhaus 1882

Eppstein, Flecken in der preuß. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Obertaunus, am Südabhang des Taunus und am Anfange des bei Hofheim nach der Mainebene sich öffnenden Lorsbachthals, an der Schwarze, in 184 m Höhe, 16 Km im NW. von Höchst, 8 km im SW. von Königstein, zählt 675 E. (zu gleichen Teilen evang. und —— Konfession), ist Station der Linie Frankfurt a. M.⸗Limburg der Hessischen Ludwigsbahn und hat Ackerbau, eine Bleiwalz⸗ und Stanniolfabrik, eine Kistenfabrik, Gerbereien und Färbereien. Die Stadt wird überragt von der Burgruine. Die Burg Eppstein, auf der einen Seite durch jähe Abgründe unzugänglich, auf der andern durch Mauern und tiefe Gräben geschützt, galt ehemals für uneinnehmbar. Sie wird um 1120 zum ersten mal erwähnt. Das alte Geschlecht der Eppsteiner, die hier ihren Stammsitz hatten und 1535 im Mannsstamm ausstarben, gab dem Erzstifte Mainz in der Zeit von 1060 bis 1305 fünf Erzbischöfe, unter denen Gerhard durch seine Thätigkeit für Adolfs von Nassau Erhebung zum deutschen König und dessen Sturz am bekanntesten ist. Von 1535 bis 1803 gehörte E. zu Kurmainz und siel 1803 an Nassau. Gegenwärtig gehört die Burg einem Grafen von Stolberg. Die evang. Pfarrkirche des Ortes, aus dem 15. Jahrh., hat Grabsteine mehrerer Herren von Eppstein, darunter das Bild Gottfrieds X., von guter Arbeit. Der Gipfel des Staufen, östlich von E., ist in drei Viertelstunden zu ersteigen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 238Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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