FeedLimburg an der Lahn
ErdkundeBrockhaus 1882

Limburg an der Lahn, Stadt im Unterlahnkreise des Regierungsbezirks Wiesbaden der preuß. ProvinzHessen-Nassau, links an der von einer Brücke aus dem J. 1315 überspannten Lahn, 34 km oberhalb Ems gelegen, Station der Linien Frankfurt-Wetzlar und L.Hadamar der Preußischen Staatspbahnen, sowie der Linie Frankfurt-L. der Hessischen Ludwigsbahn, zählt (1880) 5898 meist kath. C. Die Stadt ist Sitz eines kath. Bischofs, eines Land-, Schwur- und Amtsgerichts, einer Reichsbanknebenstelle und einer Handelskammer, hat ein Realprogymnasium, ein kath. Priesterseminar, Tabaks- und Maschinenfabriken, bedeutende Töpfereien, Ziegelbrennereien, Brauereien, Marmorbrüche und einigen Handelsbetrieb. Außer vier andern Kirchen besitzt sie den malerisch auf einem Felsenvorsprunge über der Lahn mit sieben Türmen sich erhebenden Dom zu St. Georg, früher Kollegiatstift. Derselbe ist einer der schönsten, im Übergangsstil des 13. Jahrh. gebauten und steht an Stelle der von Graf Konrad Kurzibold gegründeten Kirche, welcher hier ein Denkmal hat, restauriert 1872 —77. L. war im Mittelalter Sitz eines Dynastengeschlechts (lerloschen 1407) und ein Mittelpunkt des Geschäftslebens. Die Stadt hat eine interessante Chronik über ihre Geschichte. (S. Fasti Limburgenses.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 79Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6