Erdfall, Bezeichnung für eine kessel-oder trichterartige Vertiefung, welche durch den Einsturz unterirdischer Hohlräume gebildet worden ist, die infolge der allmählichen Weglaugung auflöslicher Gesteinsmassen (Gips, Salz, Kalkstein) entstanden sind. Solche Erdfälle sind suhren in allen Gips, Steinsalz, Kalk, Dolomit führenden Gegenden Rrende Erscheinungen, so in Thüringen, am Südwestrande des Harzes, im Teutoburgerwald, bei Lüneburg u. s. w., nirgends aber großartiger als in dem Kalksteingebirge von Krain, Illyrien und Dalmatien, wo sich unzählige Erdfälle (Dolinen) finden, von denen die größten 700 und mehr Meter im Durchmesser erreichen. Viele solcher Erdfälle sind von Wasser ausgefüllt und so in Seen oder Teiche umewandelt (Teufelslöcher). Den Erdfällen analo sind die sog. Bingen der Bergleute, welche dadur entstehen, daß unterirdische Grubenbaue zusammenbrechen und eine trichterförmige Einsenkung der Oberfläche veranlassen, so z. B. die 80 m tiefe und gegen 350 m weite Binge bei Altenberg in Sachsen.