Gebirgsbildung. Früher glaubte man, daß die Gebirge rhr Hichtung vor erzeugt worden seien, die in radiärer Richtung von unten nach oben gewirkt hätten, und erblickte namentlich in dem Ausbruche von Eruptionsgesteinen die Ursache der Hebung und Faltung der Schichten zu Gebirgsmassen. Erst den neuern Forschungen von Sueß, Heim, Baltzer und Mojsisovics ist eine naturgemäßere Vorstellung von dem Prozeß der G. zu danken. Die Gebirge sind entweder Vulkane oder Massen- und Kettengebirge. Erstere, und zwar sowohl die echten oder Stratovulkane, wie die vulkanischen Kuppengebirge, sind durch Eruption von Gesteinsmaterial und Anhäufung desselben um oder über dem Eruptionskanal entstanden. Die Massen- und Kettengebirge hingegen bestehen aus Faltensystemen der äußersten Krustenteile, welche durch Horizontalschub in der Erdrinde hervorgebracht worden sind. Die Ursache dieses seitlichen, erdperipherischen Drucks, welcher die Schichten der Erdkruste zur Faltung und Runzelung zwang, liegt in der sortdauernden Abkühlung und Kontraktion der Kernmasse der Erde. Wie die Haut eines austrocknenden Apfels allmählich für denselben zu groß wird und sich runzelt, so mußte sich auch die Erdrinde verhalten. Die entstehenden Runzel-, also Faltensysteme sind die Gebirge. Im Anfang stellen dieselben eine noch ungegliederte Masse dar, aus welcher die einzelnen Berge, Thäler, Schluchten und Grate erst durch lange andauernde Verwitterung und Erosion von seiten der Gewässer herausmodelliert werden. Vgl. Sueß, Die Entstehung der Alpeno (Wien 1875); Heim, Untersuchungen über den Mechanismus der G.p (3 Bde., Basel 1878).