FeedErhebungskrater
NaturlehreBrockhaus 1882

Erhebungskrater, s. unter Krater. Erhebungstheorie. Die meisten Vulkane bestehen aus Schichten von Aschen, Lapillis, Bomben und Laven, die eine mehr oder weniger regelmäßige Neigung von innen (vom Krater) nach außen (dem Fuß) besitzen. Man nahn früher mit L. von Buch und A. von Humboldt an, daß diese geneigte Lage keine ursprüngliche sei, sondern daß die horizontal abgelagerten Tuffe, Aschen u. s. w. durch die hebende Kraft eingeengter und hervorbrechender Eruptionsprodukte (Gase, Dämpfe, Laven) emporgehoben und aufgerichtet worden wären. Auch auf Schichtenstörungen, die sich entfernt von Vulkanen zeigen, wendete man diese Theorie an. Namentlich hielt man die Gebirge s durch aus dem Erdinnern radiär auf die Oberäche wirkenden Druck entstanden und nahm an, daß Eruptivgesteine von unten aus keilförmig zwischen die Schichten eingetrieben und injiziert und diese dadurch zerstückelt, aufgerichtet und gefaltet, also zu Gebirgsmassen emporgehoben worden seien. Dieser Theorie von der Gebirgsbildung und Schichtenstörung durch Radiärdruck widersprechen jedoch alle Beobachtungen; sie ist deshalb, nachdem sie in Deutschland lange die Geologie beherrscht hatte, vollständig aufgegeben. (S. Gebirgsbildung.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 286Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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