FeedErdkobalt
NaturlehreBrockhaus 1882

Erdkobalt, ein in derben, traubigen und nierförmigen Massen vorkommendes Mineral von der Konsistenz des trockenen plastischen Thons und bläulichschwarzer Farbe; es ist sehr milde, abfärbend, schimmernd bis matt, im Strich etwas glänzend. Chemisch besteht es aus Kobaltoxydul (19—20 Proz.), Mangansuperoxyd (daher das Synonym Kobaltmanganerz gerechtfertigt), einem geringen Gehalt an Kupferoxyd, Baryt und Kali, sowie eirca 21 Proz. Wasser. Salzsäure wirkt lösend unter Chlor-Entwickelung. Dieser schwarze Erdkobalt findet sich z. B. bei Camsdorf,‚ Saalfeld, Glücksbrunn, Riechelsdorf und wird mit zur Blaufarbenfabrikation benutzt. Mit den Namen gel ber und brauner C. bezeichnet der thüringer Bergmann andersgefärbte, n erdige Kobalterze von abweichender chem. Zusammensetzung, indem sie großenteils Gemenge von wasserhaltigem, arf ensaurem Eisenoxyd, Kobaltoxyd und Kalkerde darstellen; in ihnen liegen wahrscheinlich in erster Linie Zersetzungsprodukte von Speiskobalt vor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 270Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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