Erk (Ludw. Christian), besonders um den deutschen Volksgesang verdienter Komponist, Rrer 6. Jan. 1807 zu Wetzlar, wo sein Vater Lehrer und Domorganist war, wurde durch diesen in denselben Beruf eingeführt und erhielt später noch weitern Musikunterricht von Ant. André in Offenbach. Im J. 1826 wurde er Musiklehrer an dem Lehrerseminar Mörs und im Okt. 1835 an dem Seminar für Stadtschullehrer zu Berlin, wo er seit 1841 Vereine zur Pflege des mehrstimmigen Männergesangs gründete. Diese Wirksamkeit veranlaßte ihn zur Herausgabe zahlreicher Liedersammlungen, von denen die hauptsächlichsten sind: „Schullieder » (1828; 3. Aufl., 3 Hefte, Essen 1836 —37), denen sich als Fortsetzung und Überarbeitung der seit 1839 bereits in 69 Auflagen erschienene „Liederkranzo anschließt; «Mehrstimmige Gesänge für Männerstimmen » (6. Aufl., 2 Hefte, Essen 1864), 4Volksklänge. Lieder für mehrstimmigen Männerchor (3. Aufl., Lpz. 1865), „Singvögelein. Sammlung ein⸗„zwei⸗, drei⸗ und vierstimmiger Lieder für Schule, Haus und Leben v (6 Hefte, 1842—67 zu Essen in 58. Aufl.), Deutscher Lieberschatzv (3. Aufl., 5 Hefte, Berl. 1859 — 72), Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen » (13 Hefte, Essen und Berl. 1832 —45). Letztere waren ein Vorläufer der vorzüglichen Sammlung deutscher Volkslieder, die er 1853 als „Liederhorto (Bd. 1, Berl.) begann und mit einem zweiten Bande abzuschließen gedenkt. Im J. 1877 legte E., welcher 1857 königl. Musikdirektor ernannt worden war, seine amtliche Stellung nieder. Vgl. Schultze, Ludwig E.v (Berl. 1876). Sein Bruder, Friedrich Albrecht E. (geb. zu Wetzlar 8. Juni 1809, gest. 7. Nov. 1878 als Realschullehrer zu Düsseldorf), gab mit F. Silcher das „Allgemeine deutsche Kommersbuch »(Lahr, in vielen Auflagen erschienen), mit Schauenburg das „Allgemeine deutsche Turnliederbuch » (Lahr) heraus und war Mitarbeiter an mehrern Werken sei-Erka, s. Helche. [(nes Bruders. Erkältung (refrigeratio) be 1˙ alle diejenigen nachteiligen Folgen, Welche Ur den menschlichen Körper aus einer zu raschen Abnahme der Temperatur entspringen können. Einer der wichtigsten Prozesse in der Okonomie des dierischen Organismus ist die Ausdünstung der Haut, durch deren Poren und aus deren Schweißkanälchen unaufhörlich ein Teil der im Körper enthaltenen Flüssigkeiten verdampft, wozu die nötige Wärme durch die Blutceirkulation geliefert wird. Wird diese Wärme durch längere Zeit einwirkende bedeutende Kälte der Oberfläche entzogen, so erfolgt das Erfrieren (s. d.); wird sie schnell durch einen oft verhältnismäßig nur unbedeutenden Kältegrad, besonders Dunth feuchte Kälte, zurückgedrängt, so erfolgt E. Das Wesen der dadurch entstehenden Störung oder Erkrankung der Haut ist noch nicht aufgeklärt. Die Ansicht der ältern Arzte, daß infolge der unterdrückten Hautausscheidung ein dem Organismus schädlicher Stoff im Blute zurückgehalten werde, dessen An-Leiten dann die der C. folgenden örtlichen Krankheiten hervorrufe, ist durch die neuern physiol. Untersuchungen über die Thätigkeit der Haut völlig unhaltbar geworden. Viel wahrscheinlicher ist es, daß beim Erkältungsvorgange das Nervensystem eine wichtige Rolle spielt, indem bei der Abkühlung die sensibeln Hautnerven in einen krankhaften Erregungszustand versetzt werden, welcher bis zu den Centralorganen des Nervensystems fortgeleitet und von hier auf reflektorischem Wege auf gewisse andere, für diesen Reiz besonders empfängliche Nervenbahnen übertragen wird; erfolgt die übertragung auf sensible Nerven, so entstehen rheumatische Schmerzen, während bei übertragung auf die sog. Gefäßnerven Blutwallungen, Gefäßerweiterungen und entzündliche Vorgänge, bei der übertragung auf das der Wärmeregulierung vorstehende Nervencentrum endlich Fiebererregungen zu Stande kommen. Die Organe, welche am häufigsten durch C. erkranken, sind die Haargefäße, die Nerven, die Muskeln und die Brustorgane; Entzündungen, Rheumatismen und Katarrhe sind aus diesem Grunde, wie die tägliche Erfahrung zeigt, die häufigsten Erkältungskrankheiten. Indes kann eine E. auch die Gelegenheitsursache zum Ausbruch gewisser Infektionskrankheiten, z. B. der Cholera, des Wechselfiebers u. s. w., abgeben. Bisweilen besteht eine innige ewisen zwischen dem erkälteten Hautteil und gewissen naheelegenen Organen; so 1die E. des Halses sehr eicht zu Kehlkopfkatarrh, die der Brust zu Luftrohrenkatarrh; Menstruationsstörungen entstehen Leides durch E. der Füße, Durchfälle nach C. des eibes u. dgl. Andererseits freilich wird bei manchen Personen durch jedwelche E., gleichviel auf welchen Körperteil sie auch einwirkte, immer dieselbe Krankheit erzeugt. Zu den schädlichen Ursachen, die E. herbeiführen, gehören vorzüglich Zugwind und innere oder äußere Abkühlung durch taltes Wasser. Besonders schwitzende Hautteile werden leicht durch Zugwind erkältet, weil die durch den Zug bedingte raschere Verdunstung des Schweißes so viel Wärme bindet, daß die Haut, auch wenn der Zugwind an sich nicht kalt war, doch stets eine plötzliche Abkühlung erleidet. Am efährlichsten sind die E. schwitzender Füße, weshalb man nasse Strümpfe so schnell als möglich wechseln soll. Eine besondere Anlage zur C. Erkältbarkeit) ist vielen, besonders verweichlichten Personen eigen. Übrigens ist nicht zu vergessen, daß der Volksglaube sehr geneigt ist, alle möglichen Krankheiten, also auch solche, die nie durch E. entstehen, auf eine solche, den Behand chlag, zurückzuführen. Hinsichtlich der Behandlung ist zu bemerken, daß möglichst bald nach geschehener E. äußere Wärme, Bettruhe und warmes wässeriges Getränk (z. B. Lindenblütenthee, Warmbier, chines. Thee, weniger gut die erhitzenden Aufgüsse von Kamillen oder Flieder) anzuwenden sind, weil durch eine energische und anhaltende Schwitzkur ernstliche Folgen der E. am ehesten verhütet werden. Bei chronischen Erkältungskrankheiten. sind besonders die russ. Dampfbäder beliebt. Übrigens ist die einmal entstandene Erkältungskrankheit nach ihrer besondern Natur zu behandeln, jedoch dabei neue E. zu vermeiden. Gegen Erkältbarkeit, die wo möglich schon in früher Jugend energisch bekämpft werden soll, wendet man entweder kalte Waschungen des Körpers, Fluß⸗ und Seebäder, auch Hydrotherapie an, oder schützt, wo dies unthunlich, den Kranken durch wollene oder seidene, auf dem bloßen Leibe zu tragende Unterkleider. (S. Abhärtung.) ö Erkel (Franz), namhafter ungar. Komponist und Musikdirektor am pester Nationaltheater, geb. 7. Nov. 1810 zu Gyula im Bekeser Komitat, empfing den ersten Musikunterricht von seinem Vater, einem Dilettanten, und zeichnete sich bald so vorteilhaft aus, daß er 1834 als Musikdirektor bei der Operngesellschaft in Kaschau angestellt wurde. Mit dieser ging er später nach Ofen und, als 1837 die pester Nationalbühne eröffnet wurde, nach Pest. Vielen Ruhm erwarb sich E. in Ungarn namentlich durch die Oper Hunyady Läszl6 (1844), die mit Recht als die ausgezeichnetste ungar. Nationaloper betrachtet und noch jetzt mit großem Erfolg gegeben wird. Ebenso beliebt, wenn auch weniger großartig, sind seine andern Opern: 4Bätöry Mariav, «Künok o (Die Kumaniero), «Ersebeto (1857), u. s. w. Von seinen kleinern Kompositionen und Liedern ist ebenfalls vieles unter seinen Landsleuten populär geworden, besonders die Musik zu Köleseys Hymnusd. E.s Hauptkraft besteht in der glücklichen Verschmelzung der modernen ausländischen mit der altungar. Nationalmusik.