FeedGraff (Eberh. Gottlieb)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Graff (Eberh. Gottlieb), verdienter deutscher Sprachforscher, geb. 10. März 1780 zu Elbing, studierte seit 1797 zu Königsberg, wurde 1802 als Lehrer in Jenkau, 1805 in Elbing, 1810 als Regierungs⸗ und Schulrat zu Marienwerder angestellt und 1814 als solcher nach Arnsberg, dann nach Koblenz versetzt. Hierauf wurde er 1824 Professor der deutschen Sprache an der Universität Königsberg, durchreiste 1825—27 mit Unterstützung der Regierung zu wissenschaftlichen Zwecken Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Italien und lebte seit 1830 zu Berlin seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Er starb 18. Okt. 1841. „G. schrieb: «Die für die Einführung eines erziehenden Unterrichts notwendige Umwandlung der Schulen » (2. Aufl., Lpz. 1818), «Über die althochdeutschen Präpositionen» (Königsb. 1824), „(Diutiska, Denkmäler deutscher Sprache und Litteratur aus alten Handschriften » (3 Bde., Stuttg. und Tüb. 1826—29), «Althochdeutscher Sprachschatze (6 Bde., Berl. 1835—43; Bd. 7, den alphabetischen Index enthaltend, von Maßmann, 1846). Außerdem nnrn. er eine Ausgabe von Otfrieds Evangelienharmonie (Königsb. 1831), Ausgaben der althochdeutschen übersetzungen und Erläuterungen von zwei Aristotelischen Abhandlungen, von Boéthius und von Marcianus Capella (Berl. 1837), sowie der Deutschen Interlinearversionen der Psalmend (Quedlinb. 1839). Auch schrieb G. über die «Theorie der schwachen Deklinationo (Berl. 1836).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 269Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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