Eroico (ital.), musikalische Vortragsbezeichnung: heldenmäßig, mit gesteigerter Kraft und mit Schwung. Beethoven benutzte dieses Wort zur Bezeichnung des Charakters seiner dritten Symphonie (Eroica, in Es-dur), welche er ginen echten Napoleon I. widmete, weil er in ihm einen echten Republikaner sah; als derselbe aber die Kais erwürde annahm, zerriß er die Dedikation. Eros grch.), lat. Amor und Cupido, die Personifikation der Liebe, insbesondere der Geschlechtsliebe, wird von der Poesie und bildenden Kunst der Griechen und Römer als der Sohn und unzertrennliche Begleiter der Aphrodite (Venus) aufgefaßt, häufig mit den verwandten Gestalten Himeros und Pothos (Sehnsucht und Verlangen) verbunden, bisweilen auch dem aus einer mehr philos. Idee hervorgegangenen Anteros (s. d.) gegenübergestellt. Doch erscheint in ältester Zeit, in der Hesiodischen Theogonie und dann besonders bei den sog. Orphitern, E. als eine der ersten und mächtigsten Gottheiten, als der Urheber aller Zeugung und daher der Weltschöpfung überhaupt (der sog. kosmogonische C.), und dem entsprechend wurde auch in einigen Gegenden Griechenlands E. als Hauptgotteit verehrt, wie z. B. in Thespiä und Böotien, wo ihm alle vier Jahre ein berühmtes Fest (Erotidien) mit gymnischen und musischen Wettkämpfen gefeiert wurde. Eine reinere Auffassung des E. als Sinnbild reiner Freundschaft und begeisternder Liebe im höchsten Sinne des Wortes ist durch die Philofophie, besonders durch die platonische, begründet worden. In der a exandrinischen Poesie ist C. bald der mächtige, bald aber auch der neckische Gott der Liebe. Winche ( d muß seit dieser Zeit sein Verhältnis zu Psyche (s. d.) der Seeles, welche man sich in der Gestalt eines Schmetterlings oder als ein Mädchen mit Schmetterlingsflügeln dachte, ein beliebter Gegenstand der Sage gewesen sein. Es sind noch viele Bildwerke iese ich wo E. die Pfyche quält und peinigt oder diese sich an ihm rächt, oder beide in zärtlicher Umarmung dargestellt sind. (S. Tafel: Bildnerei III, Fig. 16.) Auch Apulesus (in seinen Metamorphoseno) behandelt das Märchen von Amor und Psyche, welches in sinniger Weise das —0 Glück und die schwere Pein, die der Menschenseele durch die Liebe zuteil werden, und die Verklärung derselben durch eine standhafte, alle Prüfungen bestehende Liebe darstellt. Die bildende Kunst hat namentlich seit der Blütezeit der jüngern attischen Bildnerschule (Skopas und Prariteles) den E. als halbwüchsigen Knaben mit weichem, Ein an den Ausdruck des Antlitzes, mit Flügeln an den Schultern und mit den Attributen des Bogens und Köchers oder einer Fackel versehen, mit besonderer Vorliebe gebildet, teils als Einzelstatue (wie der weitberühmte E. des Prariteles in Thespiä), teils als Begleiter seiner Mutter Aphrodite, bisweilen auch des Dionysos und Aumt Allmählich aber überwog in Poesie und Kunst die Auffassung des E. als eines necki-Ren⸗ mutwilligen Knaben, der alle Götter und Menschen, ja sogar die wildesten Tiere bezwingt und über sie triumphiert, eine Auffassung, die in der Poesie, besonders in den fälschlich den Namen des Anakreon tragenden tändelnden kleinen Liedern (den sog. Anakreontea), in der Kunst namentlich in Gemmenbildern und Gemälden Heichen tritt. Die röm. Kunst hat besonders in zahlreichen Kuabensamden (U Eroten in der Mehrzahl als Knabenfiguren (Amoretten) mit und ohne Beflügelung lin der letztern Form von manchen ohne rechten Grund Genien genannt) in verschiedenen Beschäftigungen, beim Spiele, bei Wettfahrten, bei der Weinlese, bei Trinkgelagen etc., dargestellt; auch die Verbindung von Amor und Psyche ist von derselben oft behandelt worden. —1 Gerhard, Abhandlung über den Gott E. (Berl. 1848); J. Grimm, aliber den Liebesgotto (Berl. 1851); Furtwängler, «E. in der Vasenmalerei» (Münch. 1875); Friedländer, Küber das Märchen von Amor und Psychey in den Darstellungen aus der röm. Sittengeschichtes (Bd. 3, 5. Aufl., Lpz. 1882).