FeedErosion
NaturlehreBrockhaus 1882

Erosion (lat.) nennt man die einschneidende Thätigkeit der fließenden Gewässer, welche sich namentlich in der Artheir With der Thalsysteme offenbart. Früher in ihrer Wirkung von den Geologen bei weitem unterschätzt, ist sie jetzt als ein Hauptfaktor bei der Herausbildung der gegenwürtigen Erdoberflächengestaltung erkannt worden. Die wesentlichste IeGesa für die Erosionsfähigkleit der Flüsse ist ihr Gefaälle. Daher die große erodierende Wirkung selbst unscheinbarer Gebirgsbäche im Vergleiche mit langsam fließenden großen Strömen und daher die unterwühlende Thätigkeit der Wasserfälle, durch welche ihr allmähliches Zurückziehen bedingt ist. So schreiten die Niagarafälle jahrlich etwa 0,5, die Anthonyfälle des Mississippi im Jahre 1,7 m rückwärts. Auf ähnliche Vorgänge läßt sich die Entstehung der Thäler und der zwischen ihnen sich erhebenden Felsmassen der Sächsischen Schweiz, ferner das Schluchtensystem des Colorado in Nordamerika ersten Stadium seiner Entstehung ist das Thal eine Furche. Dadurch, daß später der Fluß seine Ufer untergräbt, finden s iomch tatt, das herunterbrechende, sowie das durch den Regen und Frost von den Gehängen herabgeführte Material wird von dem Fluß wegtransportiert, der Thalboden und der Thalquerschnitt verbreitern sich mehr und mehr. Da die sließenden Gewässer in der Richtung der steilsten Abdachung des ursprünglichen Gebirgsrückens, also quer auf diesem das größte Gefälle vorfanden, und deshalb am intensivsten wirken konnten, schnitt sich ein Thalgebiet neben dem andern in den früher ununterbrochenen In horizontal lagernde Schichten durch Erosion eingeschnittenet unter der Voraussetzung, daß es überhaupt am Tage verdan geregnet habe, eine bestimmte Zeitangabe verlangt. Diesen Unterschied nannten die Stoiker denjenigen von sornue (Frage) und wou (Erkundigung): man kann 94 als Behauptungsy- und »„Bestimmungso-Frage bezeichnen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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