Erstein, Städtchen, Kreis⸗ und Kantonshaupt⸗ »rt im deutsch-reichsländischen Bezirke Unterelsaß, Amtsgerichtsbezirk Benfeld, Landgerichtsbezirk Straßburg im Elsaß, 22 Em südlich von Straßdurg, links an der Ill, Station der Eisenbahn Straßburg-Basel der elsaß-lothring. Bahnen Bahnhof 2 km westlich vom Orte), ist Sitz der Kreisdirektion, hat (1880) 4127 überwiegend kath. CE. (nur 367 Evangelische und 91 Juden), eine größere kath. Pfarrkirche, eine evang. Kirche, eine Synagoge, ein Spital, eine Kammgarnspinnerei, Gerbereien, Getreidemühlen, Bleichen, Ziegeleien, ergiebige Ackerwirtschaft, Tabaks⸗, Hanf⸗, Hopfen⸗, Mais⸗ und Bohnenbau, Fischerei und Schiffbau. Das Amtsgericht Benfeld hält hier Gerichtstag. In E. war zu den Zeiten der Merovinger und der Ottonen, welche letztere zu verschiedenen malen daselbst Hof hielten, ein Schloß, vom J. 830 bis zum 15. Jahrh. eine Benediktinerabtei. Der Ort gehörte ehemals zum Fürstbistum Straßburg. Der Kreis Erstein besteht aus den Kantonen Erstein, Benfeld, Geispolsheim und Oberehnheim und hat (1880) 62 732 E. (davon 49969 Katholiken, 10242 Evangelische, 2456 Juden) auf 498 akm. Der Bodenbenutzung nach sind 50,5 Proz. des Areals Acker und Gärten, 18,8 Proz. Holzungen, 16, Proz. Wiesen, 3,8 Proz. Weiden,‚, 2,2 Proz. Weingärten.