FeedGebweiler
ErdkundeBrockhaus 1882

Gebweiler, Kreis⸗ und Kantonshauptort im elsaß-lothring. Bezirk Oberelsaß, Landgerichtsbezirk Colmar, 26 Em südwestlich von Colmar, am Ausgange des reizenden, von der Lauch durchflossenen Blumenthals der Vogesen, 280 müber dem Meere, ist durch eine Zweigbahn (7 Em) mit der Station Bollweiler der Linie Straßburg-Basel verbunden, zählt (1880) 12 452 meist kath. E., ist Sitz eines Amtsgerichts für den Kanton G. und einer Oberförsterei, hat ein Gymnasium und ist eins der Hauptcentren der elsäss. Industrie, welche sich bei Beginn des 19. Jahrh. hier zuerst entwickelte. Es befinden sich hier Maschinen-, Strumpfwaren⸗, Seidenband- und Tuchfabriken, Baumwollspinnereien und Webereien, mechan. Holz⸗ und Eisendreherei mit starkem Export, eine Seifensiederei und zwei Ziegelbrennereien; Bau von vorzüglichen Weißweinen (der Kütterles und »Olberv l zu den besten Sorten des Landes); zahlreiche Brüche eines schönen roten Sandsteins. G. ist mit Mülhausen durch eine Telephonleitung verbunden. Unter den Bauwerken der Stadt sind die alte und die neue Kirche St. Legerius aus dem 12. und 18., die Dominikanerkirche mit Fresken aus dem 14. Jahrh. (eetzt Fruchthalle), das Rathaus aus dem 16. Jahrh. und die ehemals der 1759 nach G. übergesiedelten gefürsteten Abtei Murbach gehörenden Gebäude zu nennen. G., 774 zuerst erwähnt, gehörte diesem Stifte Murbach. Der Kreis Gebweiler zählt auf 595,9 alem 47 Gemeinden und (1880) 65 010 meist kath. E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 625Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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