Espingole (frz.) bezeichnete 1) eine (ietzt veraltete) Muskete mit kegelförmig erweiterter Mündung, zum Schießen von Streugeschossen, ähnlich dem Tromblon; 2) eine geschützähnliche Vorrichtung, mittels deren eine größere Zahl von Kugeln gleichzeitig vor den Feind gebracht werden sollte, im Sinne der Orgelgeschütze. E. in letzterer Bedeutung kommen schon im 15. Jahrh. vor, verschwinden dann und tauchen im 18. Jahrh. wieder auf; zuletzt wurden sie von den Dänen 1848 — 50 und 1864 geführt. Sie bestehen entweder aus einem oder aus mehrern Läufen, deren jeder eine Anzahl hintereinander liegender Schüsse enthält. Die vorderste Ladung wird durch Lunte oder ein agt nch nach entzündet, das Feuer derselben überträgt sich na und nach auf die Pulverladungen der folgenden Schüsse, sodaß die Kugeln nach und nach denselben Lauf verlassen. Das Laden war ungemein zeitraubend, die Vorrichtung selber unzuverlässig. Die Bedeutung der E. war stets nur eine sehr untergeordnete; bei der Verteidigung der Düppeler Schanzen 1864 erwiesen sie sich ganz wirkungslos. Vgl. Wille, «über Kartätschgeschützes (Berl. 1871).