FeedEspinel (Vicente)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Espinel (Vicente), span. Dichter und Musiker, geb. 28. Dez. 1551 zu Ronda, nahm statt des Namens seines Vaters Francisco Gomez nach einem damals herrschenden Brauch den seiner mütterlichen Großmutter an. Er studierte zu Salamanca, trat dann in Kriegsdienste, durchzog als Soldat einen großen Teil Spaniens, Frankreichs und Italiens und erlebte Abenteuer, die er, mit erfundenen Erlebnissen untermischt, in den Relaciones de la vida Vaventuras del Escudero Marcos de Obregono (Madr. 1618, zuletzt 1804; deutsch von Tieck, Bresl. 1827) erzählt, einem auch von Lesage gekannten und im Gil Blaso gelegentlich benutzten Roman. Für die Ende 1580 für die Gemahlin Marann II. veranstalteten feierlichen Exequien zu Mailand lieferte E. Text und Musik. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er im Kloster von Sta.Catalina de los Donados in Madrid zu, wo er auch 1634 starb. Man hat von ihm einen Band Gedichte (Madr. 1591), der außer lyrischen Gedichten, Episteln und Eklogen ein großes Lobgedicht: La casa de la memoriav, und eine übersetzung von — „Epistola ad Pisonesv enthält, die lange Zeit für die beste in span. Sprache galt. +⁷ ist er, obgleich nicht der Erfinder, doch der Verbesserer der Decimen, zehnzeiliger Strophen aus achtsilbigen Versen, denen er eine geregeltere Form und Reimstellung gab, und die seitdem den Namen Espinelas führen. Seine Rang oser. hielten ihn für einen Lyriker ersten anges; er gehört jedenfalls unter die bessern der klassischen Schule. In der Geschichte der Musik ist E. bekannt als Virtuos auf der Guitarre, welcher er die fünfte Saite beifügte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 363Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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