Esquiros (Alphonse Henri), franz. Schriftsteller und radikaler Politiker, geb. 24. Mai 1814 zu Paris, trat als Schriftsteller zuerst mit einem Bändchen Gedichte, sodann mit einem histor. Roman: „Charlotte Corday (Par. 1840 u. 1850), hervor. Seine bekanntesten Werke sind: „L'evangile du peupler (1840), in welchem Christus als Revolutionär dargestellt ist und das ihm acht Monate Gefängnis zuzog; Les vierges folleso, Les vierges martyreso und Les vierges sagesv, drei kleinere, 1841—42 erschienene sozialistische Schriften; Mistoire des Montagnardso (2 Bde., 1847) und Mistoire des martyrs de la libertén (1851), zwei größere Werke, die E.s Namen sehr populär machten. Zum Repräsentanten der Depart. Saöne und Loire in der Gesetzgebenden Versammlung von 1849 ernannt, hatte E. seinen Sitz auf dem neuen „Berger, wurde nach dem Staatsstreich verbannt und veröffentlichte von England aus in der Revue des deux Mondes o eine Anzahl von Abhandlungen: „L'Angleterre et la vie anglaiser (5 Bde., Par. 1859—70), La Néerlande et la vie hollandaise (2 Bde., Par. 1859), La morale universelles, Les moralistes anglaiso, u. s. w. Vom Depart. der Rhönemündungen 1869 zum Deputierten gewählt, nahm er seinen Platz in den Reihen der demokratischen Opposition und wurde nach der Revolution 4. Sept. 1870 zum Oberadministrator des Departements, welches er im Gesetzgebenden Körper vertreten hatte, ernannt. Wegen seiner willkürlichen Verwaltung wurde er jedoch von Gambetta Ende Oktober dieser Stellung entsetzt.Am 8. Febr. 1871 in die Nationalversammlung gewählt, saß er hier wieder auf der äußersten Linken; seit Jan. 1876 war er Mitglied des Senats, starb aber schon 10. Mai 1876 zu Versailles. Die Nouvelle Revue veröffentlichte 1883 unter dem Titel MXMarseille et la Ligue du Midi en 1870—715 einige Fragmente einer von E. geschriebenen Geschichte über seine Verwaltung im Depart. der Rhönemündungen.