Deschanel (Emile Augustin Etienne Martin), franz ublizist und Politiker, geb. zu Paris 14. Nov. 1819, besuchte das Gymnasium Louis-le-Grand und die Normalschule (1839 42), und war dann Lehrer der Rhetorik in Bourges und in Paris. Schon damals wendete er sich journalistischen Arbeiten zu; er war Mitarbeiter der Revue indépendantev, der „Revue des Deux Mondeso, des Nationalo, der „Liberté de pensero; in letzterer Zeitschrift veröffentlichte er polit. und sozialökonomische Artikel Catholicisme et socialismes (1850), welche ihn um seine Lehrerstelle brachten. Er war nun an republikanischen Blättern thätig, wurde aber beim Staatsstreich des 2. Dez. 1851 verhaftet und verbannt. D. lebte hierauf in Belgien, wo er litteraturgeschichtliche Vorlesungen hielt, kehrte dann 1859 nach Paris zurück und war aufs neue journalistisch thätig. Bei den Deputiertenwahlen von 1876 und 1877 wurde er vom Bezirk Courbevoie im Depart. Seine gewählt; 1881 zum Professor der neuern Litteratur am Collége de France ernannt, unterlag er bei der Neuwahl für die Deputiertenkammer, wurde aber im selben Jahre zum Senator auf Lebenszeit ernannt. D.s Schriften sind: Les courtisanes de la Grèce (1854), „Le mal qu'on a dit des femmeso, Le bien qu'on a dit des femmeso, Histoire de la conversation (1855 —58), Christophe Colombo (1861), Physiologie des écrivains et des artistes ou essai de critique naturelles (1864), Etudes sur Aristophane (1867), A batons rompuso (1868).