Estremadüra, Provinz Portugals, grenzt an Alemtejo im O. und S., ans Meer im W., an Beira im N. und NO. und hat ein Areal von 17957,86 akm mit einer Bevölkerung (1878), unter Einschluß der Hauptstadt Lissabon, von 911 922 E. Die Provinz wird durch den gegen SW. strömenden, gegen die sast gleich hin inselreichen Tejo (span. Tajo) in zwei fast gleichgroße Hälften geteilt, deren südliche der aus Alemtejo kommende Sado durchschneidet. E. ist schunt des gebirgig, indem es den westlichsten Abschnitt des gentralen Scheidegebirges der Iberischen Halbinsel einfaßt. Im N. des Tejo zieht sich aus Oberbeira die Fortsetzung der atei SRra da Estrella mit ihren steilen, dürren Kalksteinbergen herein und sendet verschiedene Seitenzweige durch das Land. Im W. der Tejomündung ist das 488 m hohe romantisch-wilde Granitgebirge der Serra de Cintra, welches im Cabo da Roca, der westlichsten Spitze des europ. Festlandes, endet. Im S. des Tejo sind dürre Heiden, zum Teil von Sümpfen unterbrochen, und das auf Sandstein liegende Kalkgebirge Serra da Arrabida, das sich bis zu 500 m Höhe erhebt und im Cabo Espichel nach dem Meere zu ausläuft. Das Land hat ein herrliches Klima, wird aber häufiger von Erdbeben heimgesucht als e das übrige Portugal. Es 100 mit Ausnahme der l Umgebung Lissabons und der weiten Ebene des 3 rechten Tejoufers, der aufte vedal nur spärlich bevölkert und kaum zur Hälfte bebaut, aber reich n Erzgängen, die unbenutzt liegen, an wertvollen Steinen (Marmor), an Mineralquellen (im ganzen 16 Badeorte), Salinen (die bedeutendste ist bei Rio Major im NO. von Santarem), sowie auf der Küste an Seesalz, besonders bei Setübal, in dessen Lagune sich der Sado oder Sadäso ergießt. Von den bedeutenden Kiefernwäldern (70000 ha, 40000 nördlich und 30000 sudlich vom Teso) ist der im 13. Jahrh. vom König 365 Kone gepflanzte Pinhal del Rei (Kiefernwald des Königs) oder de Leiria westlich von Leiria zu nennen, welcher eine Fläche von 10000 ha bedeckt und einen Holzvorrat für etwa 30 Mill. Frs. enthält. Auch die Waldungen der Serra de Cintra zeichnen sich durch prachtvollen Baumwuchs aus, während die andern Gebirge meist kahl sind. öre S. und SO. des Tejo sowie im N. von Leiria breiten sich gewaltige E Tabemnd aus (die sandigen Charnecas, von tiefen Thälern durchrissen, kaum bewohnt und wasserlos), welche außer andern Strecken guten Bodens in gut kultivierten Oasen nur als Viehweiden dienen. Auszunehmen ist die Halbinsel von Setübal oder die Serra da Arrabida mit Dchen Sandbel Orangen- und Wein-Ritede und hübschen Landhäusern. Die Fruchtbareit des wirklich angebauten Bodens an Weizen, Mais, Wein, Ol ist außerordentlich groß, besonders in der Riba-Tejo, auf den Lezirias und um Lissabon woselbst alle Feld⸗, Garten⸗ und Baumfrüchte, au Wein, Ol und Agrumi in Fülle und seltener Güte erdeugt werden. Gezüchtet werden vor allem Pferde und Esel, dann Maultiere und Ziegen, Schafe und Schweine. Nicht unbedeutend ist auch die Bienenzucht. Die Industrie hat ihr Centrum in Lissabon, der Handel zugleich in Setübal. E. besitzt unter allen Provinzen Portugals die besten Landstraßen und die meisten en, die Fraut Die Bewohner gelten als die gebildetsten, die Frauen als die s önsten des Königreichs. E. zerfällt administrativ in die drei Distrikte Lissabon, Santarem und Leiria, zusammen mit 95 Concelhos und 471 Kirchspielen.