FeedAsturien
GeschichteBrockhaus 1882

Asturien, span. Asturias, unter dem Titel eines Fürstentums eine nördl. rovinz Spaniens, die seit 1833 * den Namen Oviedo fuhrt und im O. von Alteastilien, im S. von Leon, im W. von Galicien, im N. vom Biscayischen Meere begrenzt wird, in das sie mit dem Kap Penas am weitesten einragt. A. umfaßt 10599 qkm mit 1877) 576352 C. und ist als ein Teil des cantabr. üstengebirgs eine wilde Randgebirgslandschaft esperiens. Die Hauptkette des cantabr. Ge⸗ — bildet fast überall die Südgrenze A.s: sie sendet sowohl nach N. wie nach S. zahlreiche Quer⸗ —1 aus, die in A. weit imposanter erscheinen als auf der Südseite, weil sie im N. mit Höhen von 1000 — 1300 m nahe an die Küste herantreten. Der Hauptkamm ist im O. etwa 30 km vom Meere entfernt, welcher Abstand nach W. allmählich bis auf 60 km zunimmt, und trägt an der Südgrenze von A. n seiner imposantesten *⁷ wie im O. die Penas de Europa, von denen die Torre de Cerredo bis zu 2678 m ame Re „und die Peña-Vieja (2663 m.. Eine ganze Reihe von andern Gipfeln ubersteigt 2000 m oder erreicht nahezu diese Höhe. Die Hauptstraße von Leon nach der Stadt Oviedo überschreitet das Gebirge im — von Pajäres 70 m). Steile und finstere Thalschluchten zerklüften den Nordabfall, und zuweilen treten sekundäre Parallelketten auf, die liche Thäler abschließen und von den Flüssen in wilden Schluchten durchbrochen werden. Nur kurze Küstenüsse durchrauschen die tiefen Thalspalten, G. die avia, der Nalon mit der Nacera und die Sella. Die bis zum August mit Schnee bedeckten Gebirgsgipfel sind öde und nackt; die Seitenlehnen sind mit Alpenweiden, die e len mit Wiesen bekleidet. Erst tiefer, wo die Thalgründe sich erweitern, sieht man pttamm. und Bäume, und er 20 Em vom Hauptkamme trifft man Mais⸗ un Weizenfelder, Kastanien⸗, Nuß⸗ und Maulbeerbäume, Haselnußsträucher; an geschützten Stellen finden sich Feigen⸗, Oliven⸗ und Orangenbäume und Rebenpflanzungen. h. den niedern Gegenden befördert der Einfluß der See große eldi barkeit; in den hohen, engen Thälern, die selbst im Sommer durch eisige Nächte und kalte Morgen leiden, ist Anbau und Ertrag spärlich. Hier wird die Viehzucht, besonders die des Rindviehs und einer berühmten, gewandten und starken Pferderasse . stiat an der Kuüste lohnt die Fischerei ter den e Rupfer. ineralien fördert man vorugsweise Kupfer, Eisen, Blei, Kobalt, Arsenik, ink, Zinnober, Marmor, Fen helehn und Steinkohlen. Auch findet sich in den Niederungen Torf und Bernstein. Die Kusten sind steil und klippenreich und bieten wenige Häfen, darunter buchtartig erweiterte Flußmündungen (Rias), wie die Ria de Pravia, die Mündung des Nalon. A. ist die Wiege der castilian. Monarchie. Hier konnte der Araber keinen festen Fuß fassen, den Goten aber gewährte das Land im 8. Jahrh. einen schützenden Zuftuchtsort. In A. wurde Pelayo 718 zum den 11 ausgerufen, dessen Nachfolger siegend mit den Ungläubigen kämpften und sich im 10. Jahrh. sch da von Leon nannten. Die Astuner halten sich daher für freie Hidalgos und sind stolz darauf, unvermischt mit Juden und Arabern geblieben zu sein. Sie sind einfach in Sitten,! tapfer bis zur Verwegenheit, aber weniger arbeitsam als die Galicier, weniger gesellig als die Biscayer. Ihren Dialekt, die Muttersprache des jetzigen Spanischen, nennen sie lengna bable. Viele Asturier, die sich nicht im Lande ernähren können, wandern in das übrige Spanien, um als (wegen ihrer Ihr Brot gesuchte) Kuts er und Bediente ihr Brot zu suchen und den Rest ihrer Tage wieder in der Heimat vom ersparten Lohne zu verleben. Eine merkwürdige Kaste unter den Asturiern bilden die Vaqueros, die sich blos untereinander verheiraten, im Winter an der Seeküste, im Sommer auf den Bergen von Leytariegos wohnen und, der Herdenzucht ergeben, ein Nomadenleben führen. Überhaupt lebt die Bevölkerung größtenteils in zerstreuten Ielus Häusergruppen und Weilern. Der Handel A.s ist nicht unbedeutend, betrifft aber, da wenig Industrie vor4 ast nur Rohstoffe. Schon seit 1388, wo A. zum Fürstentum erhoben wurde, e der Thronerbe in Spanien den Titel eines Prinzen von A. Die Hauptstadt der Provinz ist Oviedo, nach welcher Gijon als erster und Avilés als zweiter Hafenplatz als die bedeutendsten Städte gelten. Aber auch diese Häfen sind weder groß noch sicher, so reich die Kuste im übrigen an Anker⸗ und Landungsplätzen ist. Von dem Haupthafen Gijon aus führt eine euber Or südlich bis Sama de Langreo, eine andere über Oviedo nach Pola de Lena; die Fortführung der letztern über den Puerto de Pajares nach Leon ist projektiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 109Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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