Eton (spr. Ihtn), Dorf in der engl. Grafschaft Buckingham, am linken Ufer der Themse, 34 EKm westlich von London, an der Great-Western-Bahn, gegenüber von Windsor, mit dem eine eiserne Brücke es verbindet, mit (1881) 3466 E. und einem reichen, von einem Propst und sieben Stiftsherren der Hochkirche regierten Stift, verdankt seine Bedeutung der von Heinrich VI. 1440 gegründeten, ansehnlich ausestatteten Gelehrtenschule: Eton College, der erühmtesten und größten von ganz England, aus welcher viele bedeutende Männer hervorgegangen sind. Die Schule gleicht im Außern und Innern einer klösterlichen Anstalt. Ihre Gebäude mit den Klassen, Wohnungen des Propstes, der sieben aal lows, der Lehrer und der Zöglinge, dem Speisesaal u. s. w. umschließen zwei + Höfe und sind in ernstem, etwas schwerem got. Stile ohne Verzierungen erbaut, ebenso auch die Kirche, welche neben dem Altar eine schöne Kapelle enthält und auch wegen ihrer flachen Dachkonstruktion merkwürdig ist. Die Zahl der Freistellen und der sie innehabenden Alumnen, die königl. Scholaren heißen und schwarze Tuchröcke von Mönchsschnitt tragen, ist auf 70 festgesetzt und wird durch periodische Eraminationen ergänzt. Die Zucht ist streng und die gemeinschaftliche Kost der Zöglinge sehr einfach. Außer diesen Scholaren haben die derichtedenen Lehrer noch bezahlende (jährlich 200 Pfd. St.) Zöglinge, reicher und vornehmer als die erstern. Diese Extraner (Oppidans), gegenwärtig im ganzen etwa 700, wohnen unter Aufsicht der Lehrer in deren Häusern und bei Familien in E. und dessen Umgebung. Der N+ der früher wesentlich auf das Lateinische und Griechische beschränkt war, wurde seit 1848 durch die Aufnahme der Mathematik erweitert, worauf später auch noch Geschichte und neuere Sprachen hinzugefügt wurden. Vgl. Etoniana, ancient and moderno (Lond. 1865); Lyte, «A history of Eton College (Lond. 1876).