Ett (Kaspar), deutscher Kirchenkomponist, geb. 5. Jan. 1788 zu Erringen in Bayern, war Schüler von J. Schlett und J. Gratz in München, wo er 1816 Organist an der Michaeliskirche wurde. Er gehörte zu denen, welche im Gegensatz zu der Wiener Schule sich wieder der ältern Kirchenmusik zuwandten, dieselbe aufführten und für ihre eigenen fänttlche iitur zum Vorbilde nahmen. Von E. sind sämtliche liturgische Terte des kath. Gottesdienstes Messen, Requiem, Stabat mater, Psalmen u. s. w.) in Musik gesetzt, aber meist nur handschriftlich in den Kirchenchören verbreitet. Er starb 16. Mai 1847. Ettal, Dorf im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt und Amtsgerichtsbezirk Garmisch, Landgerichtsbezirk München II, liegt in einer Höhe von 878 müber dem Meere, 3 Kme im WNW. von Oberau, am südl. Fuße des Laberbergs, dessen höchster Gipfel das in 3 Stunden zu ersteigende, 1641 m hohe Ettaler Mannl ist, hat eine kath. Pfarrkirche und 384 CE. in 58 Haushaltungen. Rings um den Ort dehnt sich lieblicher Wiesengrund aus, eingerahmt von Buchen⸗ und Ahornwaldungen. Die weitläufigen Klostergebände, heute großartig eingerichtete und renommierte Brauerei des Grafen Pappenheim, waren einst der Sitz einer 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayer nach seiner Heimkehr aus Italien gegründeten und 1802 säkularisierten Benediktinerabtei. Die Klosterkirche, nach dem großen Brande des J. 1744 im Zopfstil wieder aufgebaut und 1779 von dem Tiroler Martin Knoller mit Deckengemälden geschmückt, bewahrt noch das vom Kaiser Ludwig aus Italien mitgeführte und hierher gestiftete Madonnenbild aus weißem orient. Porphyr, welches der Schule des Andrea Pisano zugeschrieben wird. Ettenheim, Stadt im bad. Kreise Freiburg, Landgerichtsbezirk Freiburg, an der Unditz, am Westfuße des Schwarzwaldes, da wo sich die fruchtbare Ebene östlich zum anmutigen Münsterthal verengt, 9 kmöstlich vom Rhein, 4 Km im O. von der Station Orschweier der Linie Mannheim-Konstanz der Badischen Staatsbahn, 28 km nördlich von Freiburg, Sitz eines Bezirksamts, eines Amtsgerichts, einer Bezirksforstei, hat ein Postamt dritter Klasse mit Telegraphie, einen Gewerbe⸗ und Vorschußverein, eine schöne kath. Pfarrkirche mit bemerkenswerten Deckengemälden, ein Rathaus in got. Stile, ein Realgymnasium und zählt (1880) 3052 E. (darunter 103 Evangelische und 88 Juden), welche Acker⸗ und Weinbau betreiben und Flachs- und Hanfzeug weben. Die Stadt gehörte bis 1802 zum Bistum Straßburg, dessen letzter Fürstbischof, Kardinal Prinz Louis René Edouard E. von Rohan-Guemené (s. d.), seit 1790 hier residierte, 16. Febr. 1803 starb und begraben liegt, und kam dann an Baden. In E. ließ Bonaparte in der Nacht vom 14. zum 15. März 1804 den Herzog von Enghien (s. d.) überfallen und gefangen wegführen. Ettersberg, der 463 mehohe Anfang eines stark gegen Weimar abfallenden, ziemlich langen Rückens, welcher nördlich an Weimar vorüber bis in die Nähe von Apolda streicht. Eine lange Schlucht, die Teufelskrippe, spaltet ihn. Daran liegt ein Dörfchen desselben Namens und auf der Höhe steht das 1706 erbaute Jagdschloß Ettersburg, in welchem sich eine Gewehrkammer befindet, in 338 m Höhe, 6 km im NW. von Weimar, mit schönen Anlagen, sowie Resten alter Ritterburgen und die eines Augustinerklosters. Die acht schönen Buchenalleen, welche zum Schlosse hinaufführen, waren Herders Lieblingsspaziergang. Ettingshausen (Andreas, Freiherr von), geachteter Mathematiker und Physiker, geb. 25. Rov. 1796 zu Heidelberg, wo sein Vater, damals Major im österr. Generalstab, später General, stationiert war, erhielt den ersten Schulunterricht in verschiedenen Städten Ungarns. Ursprünglich für die militärische Laufbahn bestimmt, betrieb er zu Wien neben dem Besuch der Universität auch militärische Studien und legte in der Schule des österr. Bombardierkorps den Grund zu seinem mathem. Wissen. Bereits 1817 erhielt er die Stelle eines Adjunkten bei den Lehrkanzeln der Mathematik und Physik an der wiener Universität und 1820 die Professur der Physik in Innsbruck, 1822 erfolgte seine Ernennung zum Professor der höhern Mathematik an der wiener Universität. E.s 1826 erschienene Kombinatorische Analysiso und die 1827 in zwei Bänden veröffentlichten Vorlesungen über höhere Mathematikerregten zur damaligen Zeit die Aufmerksamkeit der elehrten Welt. Von 1826 bis 1832 gab er gemeinsam mit A. Baumgartner die Zeitschrift für Physik und Mathematiko heraus. Im J. 1834 vertauschte er die mathem. mit der physik. Lehrkanzel und 1837 zeigte er der Naturforscherversammlung in Prag die von ihm konstruierte und nach ihm benannte magnetoelektrische Maschine, welche eine nam-Rrac Verbesserung der von Pixii (1832) erfundenen rachte. Sein Lehrbuch der Physikv (4. Aufl., Wien 1860), dessen erste Auflage 1844 erschien, zeichnet sich durch Originalität, reichen Inhalt und präcise Fassung aus. Seit dem J. 1844 widmete er sich ganz seinem Lieblingsfach, der mathem. Physik, auch hatte er bedeutenden Anteil an der Errichtung einer Akademie der Wissenschaften (1846), deren erster Generalsekretär er war. Im J. 1848 folgte er bei der Reorganisation der Ingenieurakademie einer Art militärischer Hochschule dem Rufe als rofessor der höhern Mathematik, Physik und Mechanik an dieser Akademie, 1852 ward er an das wiener Polytechnikum als Professor der höhern Inenieurwissenschaften und 1853 zum Direktor des hysikalischen Instituts in Wien berufen. An dem nternationalen Münzkongreß (1867) beteiligte sich in hervorragender Weise. Er starb 25. Mai 1878.