FeedWichmann
ReligionBrockhaus 1882

Wichmann, Erzbischof von Magdeburg 1152 —92, aus dem Geschlecht der Grafen von Seeburg, war seit 1150 Bischof von Naumburg-Zeitz, als Kaiser Friedrich I. ihn auf den magdeburger Stuhl berief, um welchen nach dem Tode des Erzbischofs Friedrich I. Streit entstanden war. Zeitlebens stand dann W. dem Kaiser treu zur Seite, namentlich auch gegen Heinrich den Löwen. Schon früher mit Heinrich verfeindet, weil er die Sommerschenburg fur seine Kirche angekauft hatte, brachte er beim Sturze des Welfen die Kirchlehen desfelben und bei dessen nochmaliger Auflehnung gegen Heinrich VI. durch des letztern Verwilligung überhaupt alles an sich, was jener zwischen Elbe, Saale, Bode, dem Drömling und Lutter besaß, namentlich auch das wichtige Haldensleben. Auf der andern Seite war W. eifrig an der Christianisierung des Wendenlandes beteiligt: er half Albrecht dem Bären bei der endgültigen Eroberung Brandenburgs und kolonisierte selbst das Land Jüterbog mit deutschen Bauernschaften, in deren Mitte er Kloster Zinna stiftete. Vgl. Fechner, Leben des Erzbischofs W. von Magdeburgo (in «Forschungen zur deutschen Geschichtes, Bd. 5).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 600Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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